Osterhasenpaar aus Schokolade - eine faire Geschenkidee fürs Osternest - (c) GEPA

Zu Ostern faire Schokohasen verschenken

Wer noch auf der Suche nach fairen Geschenken für das Osternest ist, findet ein breites Angebot in den Eine-Welt-Läden im Rhein-Kreis Neuss. Hier werden farbenfrohe Osterdekorationen ebenso angeboten wie Schokolade, Wein und Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel. Auch zahlreiche Supermärkte verkaufen in diesen Wochen fair gehandelte Ostersüßigkeiten wie Schokoladen-Eier, Schokohäschen und Marzipaneier.

Wer Produkte aus Fairem Handel verschenkt, schenkt gleich doppelt Freude: Über fair gehandelte Geschenke freuen sich nicht nur die Beschenkten, sondern auch Kleinbauern und ihre Familien in Afrika, Asien oder Lateinamerika profitieren davon. Denn sie erhalten eine angemessene Bezahlung für ihre Arbeit und ihre Produkte.

Auch wer zu Ostern ausgiebig mit der Familie frühstücken will, kann mit dem Kauf von fair gehandelten Lebensmitteln für eine gerechtere Welt engagieren. Neben Honig, Marmelade und Nuss-Nougat-Creme gehören auch Kaffee, Tee und Bananen zu einem fairen Osterfrühstück. Rezepte unter anderem für abwechslungsreiche Brotaufstriche, aber auch zum Beispiel für Bananen-Pfannkuchen und Quinoa-Brot finden sich auf der Internetseite www.fairtrade-deutschland.de.

Fairer Online-Einkaufsführer
Wo gibt es fair gehandelte Produkte? Informationen rund um örtliche Eine-Welt-Läden und Händler, aber auch Gastronomiebetriebe mit Fairtrade-Sortiment bietet der Einkaufsführer des Rhein-Kreises Neuss. Als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands setzt der Rhein-Kreis Neuss sich für den Fairen Handel ein. „Wir wollen mit unserer Kampagne mit dazu beitragen, dass ärmere Menschen in der Welt bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen bekommen“, betont Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. „Dazu tragen auch sehr viele engagierte Menschen im Kreis mit bei.“

Bürger und auch Vereine, die weitere Informationen zum Fairen Handel benötigen, erhalten kostenlose Postkarten sowie Broschüren zu dem Thema beim Rhein-Kreis Neuss. Ansprechpartnerin ist Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unter Telefon 02131 928-13 03 sowie per E-Mail unter renate.kuglin@rhein-kreis-neuss.de.

(c) Stadt Dormagen

Dormagen könnte bald schon Fairtrade-Town werden

Auf dem Weg zur „Fairtrade-Town“ ist Dormagen einen weiteren großen Schritt vorangekommen: Mit dem „Klosterhof“ hat sich jetzt einer der publikumsstärksten Gastronomiebetriebe im Stadtgebiet entschlossen, seinen Kaffeeausschank komplett auf fair gehandelte Produkte umzustellen. Ab sofort wird dort die „Rheinische Affäre“ serviert. Das ist die neue Kaffeemarke, die von der Fairtrade-Company des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden (NGK) vertrieben wird. Aus Überzeugung für soziale Gerechtigkeit und umweltfreundliche Anbaumethoden haben Schüler hier eine eigene Firma gegründet.

„Für mich war das keine Frage, bei dieser Initiative mitzumachen“, sagt Klosterhof-Geschäftsführer Archie Deneke, der selbst sein Abitur vor 33 Jahren am NGK machte. Er will durch den veränderten Ausschank zu einem verantwortlichen Lebensmittelkonsum beitragen und zugleich das Engagement der Schüler unterstützen. Auch beim Zucker ist der Klosterhof inzwischen auf fair gehandelte Produkte umgestiegen.

„Mit dieser erfreulichen Entscheidung ist die Stadt Dormagen dem Ziel, künftig als Fairtrade-Town anerkannt zu werden, wieder ein gutes Stück näher gerückt“, sagt Anke Tobies-Gerstenberg vom städtischen Umweltteam. Für die angestrebte Auszeichnung durch den gemeinnützigen Verein TransFair müssen fünf Kriterien erfüllt werden. Den erforderlichen Ratsbeschluss und auch die nötige Unterstützung durch Schulen, Kirchen und Vereine kann Dormagen mittlerweile vorweisen. „Wir haben auch 13 Einzelhändler, die bereits mitmachen. Eine Steuerungsgruppe, die alle örtlichen Fairtrade-Initiativen koordiniert, wollen wir ebenfalls in Kürze ins Leben rufen“, so Tobies-Gerstenberg.

Jetzt fehlen nur noch zwei weitere Gastronomiebetriebe, die sich zur Umstellung auf fair gehandelte Produkte entschließen. Sieben müssen es nach den Vorgaben insgesamt sein, fünf konnte das Umweltteam bisher einschließlich des Klosterhofs gewinnen. Mit dabei sind unter anderem mehrere sozialen Einrichtungen und die Bäckerei Kraus. „Neben dem Einzelhandel ist auch Gastronomie mit einem Anteil von 35 Prozent am Gesamtabsatz heute ein starker Wachstumsmotor für fair gehandelte Produkte“, erläutert Tobies-Gerstenberg die Gründe für dieses Anerkennungskriterium. Interessierte Unternehmen können sich telefonisch unter 02133/257-270 an das Umweltteam wenden.

Gaben den Startschuss für die Fairtrade-School-Kampagne in Grundschulen: (v.l.n.r.) Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Stephan Meiser und Harald Vieten - (c) L. Berns/Rhein-Kreis Neuss

Fairtrade-Fußbälle für Grundschulen

Der Faire Handel soll im Rhein-Kreis Neuss weiter Schule machen. Deshalb startet der Rhein-Kreis Neuss eine breite Informationsoffensive in allen Grundschulen zu der von TransFair e.V. getragenen Fairtrade-School-Kampagne. Die Grundschulen können ein Informationspaket zum Fairen Handel und zwei Fairtrade-Fußbälle bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises abrufen. Die Anschaffung der der Fußbälle wurde mit einem finanziellen Zuschuss der Sparkasse Neuss möglich.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Sparkassen-Kommunikationsdirektor Stephan Meiser und Kreispressesprecher Harald Vieten, der auch die Fairtrade-Kampagne beim Kreis leitet, gaben jetzt im Kreishaus Neuss den Startschuss für das Projekt. In den nächsten Tagen erhalten alle Grundschulen ein Informationsschreiben zur Kampagne.

„Die Idee des Fairen Handelns findet besonders in Schulen mit ihren Pädagogen, den Eltern und Schülern viele Multiplikatoren“, sagt Landrat Petrauschke und fügt hinzu: „Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Aktion besteht auch darin, dass die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler durch Sport und Bewegung gefördert wird.“

Stephan Meiser erläutert die Motive für das Engagement der Sparkasse Neuss: „Eine sportliche Aktion, die nur Gewinner kennt: die Förderung Fairen Handels, mehr Spaß und Bewegung für Kinder und die Unterstützung der Grundschulen vor Ort. Das passt genau zu der besonderen Motivation, mit der wir in der Sparkasse arbeiten – nämlich zum Ziel, Menschen erfolgreich machen zu wollen.“

Der Rhein-Kreis Neuss wurde im September 2010 von TransFair e.V. als Deutschlands erster „Fairtrade-Kreis“ ausgezeichnet. Seitdem engagiert er sich immer wieder mit Aktionen und Veranstaltungen für den Fairen Handel. Besonders auch in Schulen, die er u.a. mit einem finanziellen Startzuschuss für das Schulteam auf den Weg zur Fairtrade-School-Auszeichnung fördert. Die Fairtrade-Schools-Kampagne von TransFair bietet Schulen die Möglichkeit, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Die Kampagne wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW sowie von Engagement Global gefördert.

Bereits neun Schulen haben diese Auszeichnung im Rhein-Kreis Neuss erhalten, bundesweit sind es rund 320 Schulen. Mit der St. Martin-Grundschule in Grevenbroich gibt es seit einigen Monaten auch die erste Fairtrade-Grundschule im Kreisgebiet, die von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises aktiv unterstützt wurde. Und davon sollen es nach Amtsleiter Harald Vieten bald noch mehr geben: „Schulen mit diesem Titel wagen den Blick über den Pausenhof hinaus in die Welt. Und von dem Einsatz für den Fairen Handel profitieren alle: einerseits die Schulgemeinschaft durch gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen und andererseits Kleinbauernfamilien in den Entwicklungsländern durch verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen.“

Menschengruppe mit fairen Produkten

Medienzentrum will’s FAIR!

Rund 120 Veranstaltungen mit 1 200 Teilnehmern kann das Medienzentrum des Rhein-Kreises Neuss in Holzheim jedes Jahr verzeichnen. Vor allem Schulen nutzen Tonstudio und Seminarräume im ehemaligen Holzheimer Rathaus. Ab sofort heißt es dort: „Ich will’s FAIR!“. Kaffee, Tee und Zuckersticks für die Seminarteilnehmer gibt es jetzt im Medienzentrum nur noch aus Fairem Handel. Und statt Plastiktüte erhalten die Seminarteilnehmer für ihre Unterlagen eine Fairtrade-Baumwolltasche des Medienzentrums, die auch Infobroschüren zum Fairen Handel beinhaltet. Die Idee hatten der Leiter des Medienzentrums, Manfred Heling, und Kreis-Presseamtsleiter Harald Vieten, der auch die Fairtrade-Kampagne des Kreises leitet. „Nachhaltiges Handeln ist für uns als Medienzentrum, das mit besonders vielen Schulen und Lehrkräften zusammenarbeitet, ein wichtiges Thema“, betont Heling und fügt hinzu: „Mit unserem Beitrag wollen wir ein Zeichen setzen.“

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sieht die Fairtrade-Kampagne im Rhein-Kreis Neuss insgesamt auf einem guten Weg: „Immer mehr Kommunen, Schulen, Vereine und Unternehmen im Kreis setzen ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit im Welthandel, für faire Arbeitslöhne und bessere Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Lohnarbeitern im globalen Süden der Welt. Aber es gibt es noch viel zu tun.“

Der Rhein-Kreis Neuss engagiert sich nach einem einstimmigen Votum des Kreistages seit 2010 für den Fairen Handel. Als erster Kreis in Deutschland erhielt er von TransFair e.V. für sein Engagement das internationale Siegel „Fairtrade-Kreis“ verliehen. Seitdem gibt es zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen rund um das Thema Fairtrade, wird beispielsweise im Büro des Landrates, in den Sitzungen des Kreistages und seiner Ausschüsse nur noch fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt. Ein „fairer“ Online-Einkaufs- und Gastronomieführer wurde für alle Städte und Gemeinden im Kreis erstellt. Der Internet- und Facebook-Auftritt zeigt, wo es Händler und Gastronomiebetriebe im Kreisgebiet gibt, die ihren Kunden bereits fair gehandelte Produkte anbieten. Interessierte Unternehmen, gastronomische Betriebe und Einrichtungen, die Fairtrade-Produkte anbieten möchten, können sich an Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises unter der Rufnummer 02131/928-1303 wenden.

Fairtrade-Rosen

Fair gehandelte Rosen zum Internationalen Frauentag

Über eine Milliarde Rosen werden pro Jahr in Deutschland verkauft. Verschenkt werden sie auch zum Internationalen Frauentag am 8. März. Seitdem Fairtrade-Rosen vor mehr als zehn Jahren eingeführt wurden, hat sich Deutschland zum Fairtrade-Rosenland Nr. 1 entwickelt: Mittlerweile jede dritte Rose ist nach dem Jahresbericht von Fairtrade Deutschland fair gehandelt. Wer Rosen mit diesem Siegel kauft, verschenkt doppelt Freude. Denn darüber freuen sich nicht nur die Beschenkten, sondern auch die Produzenten in Afrika und Lateinamerika.

Rund 80 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittblumen werden importiert. Fairtrade-zertifizierte Rosen kommen aus Kenia, Ecuador, Zimbabwe, Äthiopien, Tansania, Uganda, Sri Lanka und El Salvador. Die Produzenten in diesen Ländern profitieren durch den Fairen Handel von verbesserten Arbeitsbedingungen. Außerdem erhalten sie so viel Geld für ihre Produkte, dass sie und ihre Familien menschenwürdig leben können.

Unter dem Motto „Flower to the People“ wirbt Fairtrade Deutschland für mehr Gerechtigkeit im Blumensektor. Nicht nur am Internationalen Frauentag am 8. März freuen sich engagierte Frauen über fair gehandelte Rosen; die Blumen können auch zum Muttertag oder bei besonderen Aktionen von Vereinen, Schulen und Kirchengemeinden verschenkt werden.

Fair gehandelte Produkte erzielten in Deutschland zuletzt einen Umsatz von mehr als 978 Millionen Euro. Zusammen mit Bananen, Kaffee und Kakao erreichten Fairtrade-Blumen zuletzt 92 Prozent am Gesamtumsatz der Fairtrade-Produkte. Fair gehandelte Blumen gibt es sowohl in Supermärkten als auch in Blumenfachgeschäften.

Auch der Rhein-Kreis Neuss setzt sich als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands für den Fairen Handel ein und hat diesen Einkaufs- und Gastronomieführer ins Netz gestellt. Hier erfährt der Nutzer, wo er nicht nur Blumen mit dem Fairtrade-Siegel erhält, sondern auch Kaffee, Tee, Säfte, Honig, Schokolade und Kleidung.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es bei Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Rhein-Kreises Neuss unter Telefon 02131 928-1303.

Menschengruppe mit Fairtrade-Logo

Marileen Siebert kümmert sich jetzt um Kolumbien-Partnerschaft und fairen Handel

Marileen Siebert ist jetzt neue Koordinatorin für kommunale Entwicklungszusammenarbeit beim Rhein-Kreis Neuss. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Weiterentwicklung der Klimapartnerschaft mit der kolumbianischen Gemeinde Solano und die Fairtrade-Kampagne des Kreises. Ihr Arbeitsplatz wird für die Dauer von zwei Jahren gefördert über die Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Beim Solano-Projekt wird sich Marileen Siebert um die Entwicklung weiterer Schwerpunkte in der Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Partnergemeinde, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Akquise von Fördermitteln kümmern. Darüber hinaus soll mit der Stelle das entwicklungspolitische Engagement in den Bereichen des fairen Handels und der fairen Beschaffung weiter ausgebaut werden. Die Vorbereitung eines kolumbianischen Delegationsbesuchs im Mai steht ebenso auf dem Aufgabenzettel wie die Organisation einer Reise nach Solano Ende dieses Jahres.

Marileen Siebert wurde 1989 in Ostercappeln im niedersächsischen Landkreis Osnabrück geboren und absolvierte ein Bachelor-Studium der Internationalen Beziehungen und ein Master-Studium der Entwicklungspolitik an der London School of Economics and Political Science. Praktika bei Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International in Santiago de Chile sowie Tätigkeiten bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und bei der deutschen Botschaft in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá schlossen sich an. In ihrer Freizeit begeistert sich Marileen Siebert für Yoga sowie das Wandern, Reisen und Tanzen.

Der Fairtrade-Karnevalswagen der Edelreserve ist beim Kappessonntagszug am Start - (c) Karl Heinz Geissler

Fairtrade-Wagen beim Kappessonntagszug in Neuss

Einen fairen Karnevalswagen schickt der Neusser Karnevalsausschuss zusammen mit der Neusser Eine Welt Initiative (NEWI) beim Kappessonntagszug am 26. Februar in Neuss an den Start. Ganz im Zeichen des diesjährigen Neusser Karnevals-Mottos „Vom Obertor bis Hamtorwall – faire Jecken überall“ hat die Neusser Karnevalsgesellschaft Edel-Reserve Rot-Gelb einen Wagen gebaut, der für den Fairen Handel wirbt.

Das Fahrzeug der Edel-Reserve wurde jetzt zusammen mit zahlreichen weiteren Wagen beim Richtfest der Wagenbauer vorgestellt: Vorn und hinten sind das Neusser Obertor und Hamtor zu sehen; dazwischen befindet sich eine nachgebaute nostalgische Straßenbahn, deren Außenfläche Werbung für den Fairen Handel macht. Die NEWI hat diese Fläche in Kooperation mit der Edel-Reserve gestaltet. Das Logo der Eine-Welt-Initiative ist hier ebenso abgebildet wie das Fairtrade-Logo und ein Beutel mit fair gehandeltem Wurfmaterial.

NEWI-Regionalkoordinatorin Gisela Welbers freut sich, dass die Edel-Reserve Rot-Gelb mit ihrem Fairtrade-Wagen nicht nur Werbeträger für den Fairen Handel ist, sondern auch faires Wurfmaterial verwendet: „Inzwischen stammen insgesamt rund zehn Prozent des Wurfmaterials beim Neusser Kappessonntagszug aus Fairem Handel. Damit hat Neuss Vorbildfunktion für viele andere Städte.“

Harald Vieten, Marion Rudolph und Robert Jordan beim Treffen im Schulnetzwerk Grevenbroich im Schneckenhaus

Grevenbroicher Schulnetzwerk informierte sich über Fairtrade School-Kampagne

Fairtrade in Schulen stand jetzt im Mittelpunkt beim Treffen des Grevenbroicher Schulnetzwerks im Imkerhaus. Kreispressesprecher Harald Vieten, Fairtrade-Kampagnenleiter beim Rhein-Kreis Neuss, informierte die Lehrkräfte darüber, wie Schüler, Eltern und Lehrer sich gemeinsam für den Fairen Handel einsetzen können.
Umweltberaterin Marion Rudolph, die das Schulnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung Grevenbroich koordiniert, hatte zu dem gut besuchten Treffen auf dem Landesgartenschaugelände der Schlossstadt eingeladen. Zu den Teilnehmern gehörte auch Robert Jordan vom Stadtmarketing der Grevenbroicher Stadtverwaltung. Denn fairer Handel ist nicht nur für Schulen ein interessantes Thema; die Stadt Grevenbroich ist ebenfalls auf dem Weg zur Auszeichnung als „Fairtrade Town“.
Bereits neun Schulen im Rhein-Kreis Neuss wurden von Fairtrade Deutschland als „Fairtrade School“ ausgezeichnet. In Grevenbroich tragen die Diedrich-Uhlhorn-Realschule, das Berufsbildungszentrum und die Katholische Grundschule St. Martin das Siegel. Auch der Rhein-Kreis Neuss unterstützt als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands die Schulen aktiv auf ihrem Weg zur Fairtrade-Schule. Sie erhalten einen finanziellen Startzuschuss sowie vielfältige Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit. So werden zusammen mit der Schule Flyer, Plakate und Banner entworfen und kostenlos zur Verfügung gestellt.
Bundesweit gibt es mittlerweile mehr als 300 Fairtrade Schools. „Schulen mit diesem Titel wagen den Blick über den Pausenhof hinaus in die Welt“, sagte Vieten und nannte konkrete Beispiele für die Kreativität der Schulen. Die Palette reicht vom Verkauf fair gehandelter Produkte in der Mensa über Info-Veranstaltungen, Aktionstage, Theateraufführungen bis hin zur Gründung einer eigenen Schulfirma.
„Das Engagement für den Fairen Handel erhält durch die bunten Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen immer wieder neue Impulse“, betonte Vieten und fügte hinzu: „Von dem Einsatz profitieren alle: einerseits die Schulgemeinschaft durch gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen und andererseits die Familien und Kleinbauern in den Entwicklungsländern.“
Bei dem Treffen des Schulnetzwerks machte Harald Vieten deutlich, dass er sich unter den Grevenbroicher Schulen noch viele Nachahmer wünscht, die sich für den Fairen Handel und ein faires Miteinander einsetzen. Interessierte Schulen erhalten weitere Informationen über die Kampagne im Internet unter www.fair-im-rhein-kreis-neuss.de sowie unter www.fairtrade-schools.de.

Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland (2.v.r.), übergab die Rezertifizierungs-Urkunde an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (2. v.l.), Harald Vieten, Fairtrade-Kampagenenleiter beim Rhein-Kreis Neuss, und Renate Kuglin, von der dortigen Fairtrade-Steuerungsgruppe

Rhein-Kreis Neuss ist weiterhin „Fairtrade-Kreis“

Der Rhein-Kreis Neuss erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der internationalen Fairtrade-Towns-Kampagne und trägt für weitere zwei Jahre den Titel Fairtrade-Kreis. Manfred Holz, Ehrenbotschafter Fairtrade Deutschland, übergab jetzt in der Sitzung des Kreisausschusses die Urkunde an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Als erster Kreis in Deutschland wurde der Rhein-Kreis Neuss im Jahr 2010 von Transfair  Deutschland e.V. ausgezeichnet. Seitdem baut er das Engagement für den Fairen Handel weiter aus.

Landrat Petrauschke freut sich über die Verlängerung des Titels: „Lokale Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik arbeiten hier eng für das gemeinsame Ziel zusammen. Wir wollen uns weiterhin mit viel Elan dafür einsetzen, den Fairen Handel im Rhein-Kreis Neuss zu fördern.“ Das Engagement ist vielfältig: Der digitale Einkaufsführer des Kreises für alle Städte und Gemeinden, die Fairtrade-Schulkampagne und die Unterstützung der Eine-Welt-Initiativen sind nur einige Beispiele erfolgreicher Projekte in den letzten Jahren. Die Federführung beim Kreis liegt bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Deren Leiter, Harald Vieten, hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Er möchte bis 2018 erreichen, dass sich alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden der Fairtrade-Towns-Kampagne anschließen. Dazu hat er in den Rathäusern aussichtsreiche Gespräche geführt und den Bürgermeistern Unterstützung zugesagt. Nach der Kreisstadt Neuss, einer der ersten Fairtrade-Städte in Deutschland, hat erst vor wenigen Tagen auch die Gemeinde Jüchen die begehrte Fairtrade-Auszeichnung für ihr Engagement im Fairen Handel erhalten. Weitere Kommunen wie Dormagen und Rommerskirchen engagieren sich ebenfalls für den Fairen Handel und haben sich auf den Weg gemacht.

Auch Verbraucher in Deutschland honorieren offensichtlich immer öfter auch soziales Engagement von Handel und Unternehmen sowie die Qualität der Produkte im Fairen Handel. Der Umsatz mit fairen Produkten wächst laut Fairtrade Deutschland seit Jahren zweistellig: im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 978 Millionen Euro. „Verbraucher nutzen immer öfter die Möglichkeit, mit ihrem Einkaufswagen auch ein Stück weit Entwicklungspolitik zu betreiben und die Welt damit ein Stückchen gerechter zu machen. Auf dieses Verbraucherverhalten reagiert zunehmend auch der Handel“, betont Vieten.

Er bleibt jedoch realistisch: „Trotz Rekordumsätze braucht es sicherlich noch eine Zeit, bis eine breite Öffentlichkeit und Unternehmen den Fairen Handel nicht als gelegentliches Beruhigungsmittel für das eigene Gewissen versteht, sondern als Ausdruck einer inneren Haltung.“ Faire Marktpreise und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für die Menschen im globalen Süden sind auch eine Antwort auf die zunehmende Landflucht.
„Fairtrade ist deshalb ein wichtiger Baustein und Impulsgeber für mehr Gerechtigkeit im Welthandel“, ist Vieten überzeugt.
Derzeit stellen rund 1,6 Millionen Kleinbauern-Genossenschaften und Lohnarbeiter in 74 Ländern Produkte und Waren her, die das Fairtrade-Siegel tragen. Davon gibt es immer mehr in den Regalen des Einzelhandels, von Supermärkten und Discountern. Rund 4 000 Produkte mit dem Fairtrade-Siegel sind bereits erhältlich – Tendenz steigend.

Die Fairtrade-Idee ist einfach: Kleinbauern-Genossenschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern in Lateinamerika, Asien und Afrika erhalten über Fairtrade verlässliche Zugänge zu den Weltmärkten, fachliche Beratung und stabile Mindestpreise für ihre Erzeugnisse sowie eine zusätzliche Prämie für Gemeinschaftsprojekte wie Schulbau und Infrastrukturmaßnahmen, über die sie selbst entscheiden können. Die Erzeugnisse unterliegen dabei verbindlichen Fairtrade-Standards: dazu gehören z.B. das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit, die Stärkung von Arbeiter- und Frauenrechten sowie nachhaltige Produktionswege.

Manfred Holz überreichte die Urkunde an Harald Zillikens

Jüchen ist zweite Fair Trade-Kommune im Rhein-Kreis Neuss

Die Gemeinde Jüchen ist die 450. Fairtrade Town in Deutschland. Bürgermeister Harald Zillikens und Wirtschaftsförderin Annika Schmitz von der Fairtrade-Steuerungsgruppe nahmen die Auszeichnung jetzt entgegen. Manfred Holz überreichte als Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland die Urkunde in der Jakobuskirche in Jüchen.

Harald Vieten, Leiter der Fairtrade-Kampagne des Rhein-Kreises Neuss, überbrachte die Glückwünsche des Kreises. Als Geschenk hatte er faire T-Shirts mit dem Slogan „Jüchen will´s Fair“ mitgebracht. Jüchen ist nach der Stadt Neuss die zweite Fairtrade-Kommune im Fairtrade-Kreis. Und es sollen mehr werden, hat sich Vieten vorgenommen. Bis 2018 sollen sich alle kreisangehörigen Kommunen der internationalen Kampagne Fairtrade Towns anschließen. Dazu hat er aussichtsreiche Gespräche in den Rathäusern geführt und die Unterstützung des Kreises zugesagt.

Weltweit engagieren sich mehr als 2.000 Städte, Gemeinden und Kreisen für den Fairen Handel. Darüber hinaus gibt es in Deutschland mehr als 300 Fairtrade Schools und sieben Fairtrade Universitäten.