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Grupo Sal führte die Besucher der Konzertlesung für Amazonien in die geheimnisvolle Welt des Regenwaldes

 

Ein Gruppenfoto

© NEWI

Grupo Sal führte die Besucher der Konzertlesung für Amazonien am vergangenen Freitag, 4.5.12, im Pauline-Sels-Saal experimentell und beschwingt in die geheimnisvolle Welt des Regenwaldes.

Nach einem Sektempfang im Foyer des Romaneums konnten sich die Gäste entspannt auf die künstlerischen Impressionen der Musikgruppe einlassen.

Zwischen leidenschaftlicher Musik und hervorragendem Gesang wurden die Zuschauer Zeugen indigener Rituale und der Lebensweisheit der Regenwaldbewohner.

“Die Erde wird auch ohne uns ihre Bahn ziehen. Wir brauchen sie, nicht sie uns.“,  so Abadio Green.  „Wir möchten nicht so leben wie ihr. Denn dafür würden wir drei Erdbälle benötigen. Wir möchten nur respektiert werden und weiter in enger Gemeinschaft mit unserer Mutter Erde leben.”

Die in spanischer Sprache vorgetragenen Texte wurden gleich einem Zwiegespräch von Thomas Brose vom Europäischen Klimabündnis übersetzt und neben eigenen Texten vorgetragen.

Die Worte von Abadio Green, untermalt von gefühlvollen Lichtprojektionen des iranischen Zeichners Mehrdad Zaeri,  gingen nicht spurlos am Neusser Publikum vorüber. Zurück blieben hohe Wertschätzung und  die Nachdenklichkeit über unseren Anteil am Verlust dieses Lebensraumes und Kulturgutes AMAZONIEN.

Zwischendurch gelang es Grupo Sal immer wieder, den Spannungsbogen zu Musik und Fröhlichkeit in das Publikum hinein zu ziehen. Die Gruppe wurde ihrem Anspruch überaus gerecht, eine Stimme zu sein im vielschichtigen Dialog zwischen den Welten.

Der Neusser-Eine-Welt-Initiative (NEWI) und den beteiligten Ämtern der Stadt Neuss ist es mit diesem Konzert gelungen, eine wesentliche Erkenntnis an die Zuhörerinnen und Zuhörer zu vermitteln:

“Es ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern vielmehr eine Frage der Vernunft, Jahrtausende alte Anpassungsstrategien bei den Lösungen für unsere ‘modernen’ Krisen mit einzubeziehen.”

Internationaler Tag des Fairen Handels: Aktionen vom Frühstück bis zum Infostand

Zum Internationalen Tag des Fairen Handels am Samstag, 12. Mai, ruft Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Menschen im Rhein-Kreis Neuss dazu auf, sich mit Aktionen an diesem Tag zu beteiligen. Ganz gleich ob Privatpersonen, Aktionsgruppen, Kirchengemeinden, Kindergärten, Schulen, Unternehmen oder Handel und Gastronomie – alle können dazu beitragen, dass Produkte aus fairem Handel noch bekannter werden.

Mit dem Kauf von fair gehandelten Waren kann jeder Einzelne benachteiligte Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützen. Der Rhein-Kreis Neuss setzt sich für den Fairen Handel ein und erfüllte als erster Kreis in Deutschland vor anderthalb Jahren alle internationalen Kriterien, um das Fairtrade-Siegel zu erhalten. Mit wenigen Mausklicks erfahren die Menschen im Rhein-Kreis Neuss mit Hilfe des Einkaufs- und Gastronomieführers, welche Unternehmen und Gastronomiebetriebe in ihrem Wohnort Produkte aus fairem Handel verkaufen.

Während fairer Kaffee aus Kolumbien, Tee aus Indien und Blumen aus Kenia früher nur vereinzelt angeboten wurden, sind diese Produkte heute im Trend. Im vergangenen Jahr gingen in Deutschland Fairtrade-Produkte im Wert von rund 400 Millionen Euro über die Ladentheke – 18 Prozent mehr als Jahr 2010. Nicht nur Eine-Welt-Läden, sondern auch Supermärkte, Discounter, Restaurants und Cafés bieten fair Gehandeltes an. Seit der Gründung vor 20 Jahren verzeichnete Transfair – in Deutschland für die Vergabe des begehrten Siegels zuständig – einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Kaffee ist nach wie vor am beliebtesten, gefolgt von Blumen und Bananen.

Wer diese und weitere Produkte aus fairem Handel noch bekannter machen will, kann sich am 12. Mai an Aktionen vom Frühstück bis zum Infostand beteiligen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Kirchen laden zum Fairen Frühstück mit Kaffee, Tee, Fruchtsäften, Honig und Marmelade ein; Unternehmen verteilen einen Tag vor dem Muttertag frische Blumen mit dem Siegel des Flower Label Programms (FLP). Eine-Welt-Gruppen informieren mit Broschüren über ihre Arbeit; Supermärkte und Cafés werben mit Verkostungsständen für fair gehandelte Getränke oder Brotaufstriche.

Weitere Informationen sowie Broschüren und Postkarten zum Fairen Handel sind unter der Rufnummer 02131/928-1300 bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erhältlich.

Schüler aus Kleinenbroich machen deutschlandweit Fairtrade-Mode

Für Henna Bülbül von der Gutenbergschule aus Kleinenbroich war es ein ganz besonderer Tag. Das von Ihr entworfene T-Shirt wurde jetzt zum Start der deutschlandweiten Fairtrade-Kinder-Kollektion der Modekette Adler der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Fairtrade-T-Shirt ist es jetzt in 116 Adler-Modemärkten und online zu kaufen.

Henna ist eines von über 90 Grundschulkindern, die sich im September vergangenen Jahres an der “fairen” Modeschau “Alles Jacke wie Hose?” der Neusser-Eine-Welt-Initiative (NEWI) beteiligt hat. Damals konnte Schirmherr und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und NEWI-Koordinatorin Gisela Welbers der Offenen Ganztagsschule (OGS) Gutenbergschule nicht nur den Gruppen-Siegerpreis auf den Freijthof in Neuss überreichen, sondern Henna gewann auch mit ihrem T-Schirt-Entwurf den begehrten Einzelpreis. Denn die Modekette Adler hatte versprochen, das Gewinner-T-Shirt zu produzieren und deutschlandweit zu vermarkten.

Im Neusser Adler-Modemarkt an der Römerstraße konnten sich jetzt Kinder, Eltern, Lehrer, Landrat und NEWI vom Ergebnis überzeugen. “NEWI steht für das Machen”, freut sich Gisela Welbers über den Erfolg ihrer Idee zur fairen Modeschau. “Die von den Kindern selbst hergestellten T-Shirts durften nur aus Altkleidern bestehen. Außerdem konnten wir den Grundschülern und den OGS-Leiterinnen in Workshops einiges zum Thema Baumwollanbau, Produktionsschritte von fairen Textilien und Kinderarbeit beibringen.”

Landrat Petrauschke, der den Rhein-Kreis Neuss 2010 zum ersten Fairtrade-Kreis Deutschlands führte, ist überzeugt davon, dass sich ein gutes Gefühl für Verbraucher, eine wirksame Hilfe für die ärmeren Menschen der Welt sowie ein lohnendes Geschäft für den Einzelhandel unter einen Hut bringen lässt: ” Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte verändern wir zusammen mit vielen Tausend anderer Konsumenten ein Stück weit unsere Welt. Auch beim Kauf von Textilien lohnt es sich deshalb auf das Fairtrade-Siegel zu achten, um ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit zu setzen.” Petrauschke dankte der NEWI und der Modekette Adler für ihren vorbildlichen Einsatz im Fairen Handel, aber auch den OGS-Leiterinnen und den beteiligten Kindern für das besondere Engagement.

Die Baumwolle der Adler-Textilien stammt von Bauern der Kooperative Agrocel in Indien, die seit 2005 Fairtrade-zertifiziert ist. Durch die Fairtrade-Kollektion von Adler können die Bauernfamilien jetzt noch mehr Baumwolle über den Fairen Handel verkaufen und neue soziale Projekte in Angriff nehmen, erläuterte Nuncan Alinc von TansFair Deutschland e.V.

Der Rhein-Kreis Neuss hat einen “fairen” Einkaufs- und Gastronomieführer im Internet unter www.fair-im-rhein-kreis-neuss.de erstellt. Dort gibt es auch Veranstaltungshinweise und Informationen zu den Partnern und rund um das Thema Fairer Handel.

Vorbildlich: Sebastianus-Schule trinkt fairen Kaffee

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Hans-Jürgen Petrauschke (l.) freut sich, dass in der Sebastianus-Schule, der Förderschule des Rhein-Kreises Neuss für Geistige Entwicklung, nur noch fairer Kaffee getrunken wird

Herkömmlicher Kaffee ist ab sofort in der Sebastianus-Schule tabu – nur noch fairen Kaffee trinken die 28 Lehrer und 32 Mitarbeiter der Förderschule für Geistige Entwicklung. Damit ist nach den Rhein-Kreis Neuss Kliniken, den Seniorenhäusern und dem Technologiezentrum Glehn eine weitere Einrichtung des Rhein-Kreises Neuss auf fairen Kaffee umgestiegen.

“Wir sehen uns als Kreis in der Verantwortung, Zeichen zu setzen für mehr fairen Handel”, betont Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. “Viele unserer Einrichtungen wechseln zu fairen Produkten und sind damit Vorbild für andere Unternehmen und Institutionen.” Wer diesen Kaffee und Tee ausschenke, sorge für faire Preise sowie für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Im Lehrerkollegium der Sebastianus-Schule und unter den Betreuern findet der Kaffee aus fairem Handel guten Zuspruch. Schulleiterin Anette Stauche begrüßt die Entscheidung der Schulkonferenz für den fairen Kaffee: “Viele unserer Kollegen unterstützen bereits sehr lange die Fairtrade-Kampagne. Wer fairen Kaffee trinkt, zahlt nur wenige Cent mehr pro Tasse als bei herkömmlichem Kaffee.” Auf diese Weise könnten Lehrer und Betreuer in der Förderschule des Rhein-Kreises Neuss ihren Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten.

Der Rhein-Kreis Neuss wurde im Jahr 2010 als erster Kreis in Deutschland für sein Engagement mit dem internationalen Fairtrade-Siegel ausgezeichnet. Auf der Internetseite finden Internetnutzer neben lokalen Terminen auch einen Einkaufs- und Gastronomieführer. Hier erfahren sie mit wenigen Mausklicks, welche Händler, Gastronomiebetriebe und Eine-Welt-Läden an ihrem Wohnort fair gehandelte Produkte anbieten. Dabei muss es nicht immer fair gehandelter Kaffee sein. Auch weitere Produkte aus fairem Handel wie Fruchtsäfte, Wein, Zucker und Schokolade finden sich in Eine-Welt-Läden sowie in den Regalen von Einzelhandel, Supermärkten und Discountern.

Weitere Informationen zum fairen Handel sind unter der Rufnummer 02131/928-1300 bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kostenlos erhältlich.

Energie-/Ernährungspodium

Am Dienstag dem 20. März 2012 um 19.30 Uhr veranstalten VHS und NEWI gemeinsam ein Energie- und Ernährungssymposium mit dem Titel “Unsere Energiezukunft … der Mensch, die Technik” im Pauline-Sels-Saal des Romaneums in Neuss.

ZUKUNFT von sieben Milliarde Menschen? WER? WO? WIE? Diese und andere Fragen wird die Veranstaltung thematisieren und Engagierten und Interessierten die Möglichkeit zum Dialog mit Expertinnen und Experten aus Politik, Umwelt- und Entwicklungsverbänden bieten.

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen erbeten unter www.vhs-neuss.de oder per Telefon: 02131-90 4105.

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Im ersten “Fairtrade-Kreis” werfen die Jecken fair gehandelte Kamelle unters Volk

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"Nüsser hant Kamelle-FAIRStand": 100 Taschen werden in diesem Jahr Premiere bei den Karnevalisten haben. Darüber freuen sich Reiner Franzen, Dr. Alfred Raible, Prinz Christian I. und seine Novesia Stephanie II., Thomas Nickel und Gisela Welbers (von links)

Im Rhein-Kreis Neuss, dem ersten “Fairtrade-Kreis” in Deutschland, haben die Narren nicht nur gute Laune, sondern auch Verantwortungsgefühl. In der bald beginnenden “fünften Jahreszeit” werfen die Jecken im Rahmen des Neusser Kappessonntagszugs wieder ganz besondere Süßigkeiten unters Volk: Die Kamelle kommen direkt von den Herstellern, werden fair gehandelt und stammen zum größten Teil aus biologischem Anbau. Außerdem sind sie “wurftauglich” und möglichst umweltschonend verpackt.

In der Stadt Neuss, der “Hauptstadt des Fairen Handels”, die zugleich eine der ersten “Fairtrade Towns” in Deutschland war, sieht sich auch der Karnevalsausschuss in der moralischen Verpflichtung, “das Bestreben nach sozialer Gerechtigkeit im Welthandel und nach kulturellem Austausch zu fördern”. Zusammen mit dem Karnevalsausschuss hat die Neusser Eine-Welt-Initiative (NEWI) jetzt die “Nüsser Kamelle-Büggel” entworfen und in Stoff umgesetzt.

“Innerhalb kürzester Zeit hatte der Karnevalsausschuss viele Bestellungen aus den Reihen der Vereine vorliegen”, freute sich NEWI-Regionalkoordinatorin Gisela Welbers bei der Übergabe der ersten “Kamelle-Büggel” an Prinz Christian I. und den stellvertretenden Neusser Bürgermeister Thomas Nickel im Café Flair. Nickel lobte den vorbildlichen Einsatz des Karnevalsausschusses und der NEWI für den Fairen Handel in der Stadt Neuss.

Bereits in der Session 2010/2011 konnte der Karnevalsausschuss alle Mitglieder und das Prinzenpaar gewinnen, einen Teil ihres Wurfmaterials mit fair gehandelten Süßigkeiten zu bestücken. “Sie bieten eine verantwortungsbewusste und öffentlichkeitswirksame Alternative zum normalen Wurfmaterial”, heißt es. Für den Neusser Karneval ist HIT-Markt-Geschäftsführer Andreas Stuhlmüller, auch zweiter Vorsitzender der Gesellschaft “Blauen Funken”, für den Einkauf tätig.

Der Karnevalsausschuss, und hier besonders die beiden “Väter” der Idee, Jakob Beyen und Reiner Franzen, wollen fair gehandelte Produkte fest in der heimischen Narretei verankern. Dazu ist das Gremium auch Mitglied der NEWI unter Leitung von Dr. Alfred Raible und Christine Zenke geworden. Der Karnevalsausschuss möchte mit dieser Initiative der erste jecke Dachverband in Deutschland werden, der “faire” Kamelle während seines Umzugs gesellschaftsfähig macht.

Christel Cremer: Sie setzt sich für die Armen in Brasilien ein

Ein Dame vor einem Fairtrade Stand

Christel Cremer: Sie setzt sich für die Armen in Brasilien ein

Einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten – dafür engagieren sich im Rhein-Kreis Neuss, der seit 2010 erster Fair-Trade-Kreis Deutschlands ist, viele Menschen. Einige von ihnen setzen sich bereits seit Jahrzehnten für den Fairen Handel ein – so auch Christel Cremer aus Grevenbroich-Noithausen.

Während sich die Menschen in ihrer Heimatstadt Grevenbroich auf Weihnachten vorbereiten, packt Christel Cremer ihre Koffer: Am 4. Dezember startet die 83-Jährige mit dem Flugzeug in Richtung Brasilien und verbringt dort die Advents- und Weihnachtszeit. “Das wird ein Besuch bei Freunden”, freut sie sich und fügt hinzu: “Ich fliege jetzt schon zum achten Mal nach Südamerika. In diesem Jahr geht die Reise zu einem Sozialwerk nach Sao Paulo.” Im Gepäck hat sie nicht nur Geschenke für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch ein Messgewand und eine Stola. Denn in der größten brasilianischen Stadt nimmt die Grevenbroicherin an der Weihe ihres Patenkindes teil.

Wie kam Christel Cremer zu dem Engagement in Brasilien? “Das fing alles vor 20 Jahren an”, blickt sie zurück. “Damals bekamen wir in St. Mariä Geburt Noithausen Besuch aus einer Pfarrgemeinde in Brasilien. Die Pfarrer baten uns um Unterstützung, so dass Alte Allegro zu unserer Partnergemeinde wurde.” Für Christel Cremer beschränkte sich diese Hilfe von Anfang an nicht auf finanzielle Unterstützung – sie fuhr kurz entschlossen mit einer Gruppe aus Grevenbroich mit nach Brasilien. Seit dieser ersten Reise nach Brasilien steht für sie fest: “Die Menschen sind so arm; da versuchen wir so viel für sie zu tun wie möglich.”

Nicht nur im Handarbeitskreis des Seelsorgebereichs Elsbach / Erft strickt und häkelt die Grevenbroicherin für den guten Zweck – auch mit der Eine-Welt-Gruppe Grevenbroich verkauft sie auf Pfarrfesten und anderen Veranstaltungen Produkte aus Afrika, Asien und Lateinamerika. An jedem zweiten Sonntag im Monat steht die rüstige Rentnerin in ihrer Heimatgemeinde Noithausen am Eine-Welt-Stand; darüber hinaus ist sie regelmäßig gemeinsam mit weiteren Helfern beim Eine-Welt-Verkauf von Kaffee und Tee bis hin zu Brotaufstrich und Schokolade auf dem Grevenbroicher Marktplatz vertreten. “Ich möchte ein bisschen mit dazu beitragen, dass es gerechter zugeht in unserer Welt”, sagt sie.

Voller Vorfreude auf die Priesterweihe ihres Patenkindes steigt Christel Cremer ins Flugzeug. Bereits voraus gereist sind mehrere Pakete für die Kinder in Sao Paulo. Die gelernte Modistin, die gebürtig aus Noithausen stammt und seit über 20 Jahren Witwe ist, hat vor allem Kleidung für die Freunde in Brasilien gesammelt. Unterstützt wird sie bei ihrem Engagement von vielen Freunden, aber auch von ihrer Familie – ihrem Sohn, den beiden Enkelkindern und vier Urenkelkindern.

Weltrekord geschafft! Danke für 6087 Tassen “fairen” Kaffee aus dem Rhein-Kreis Neuss

Weltrekord geschafft

Weltrekord geschafft

Schon zur Halbzeit der Kaffee.Pause.Fair konnte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath die positive Nachricht verkünden: Der Weltrekord ist geschafft. Bundesweit sollten dazu am 30. September 500.000 Tassen fairer Kaffee getrunken werden. Anlass war das 10-jährige Bestehen der Fairen Woche in Deutschland.

Der Rhein-Kreis Neuss als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands und die Eine-Welt-Gruppen im Kreisgebiet haben kreisweit zur Teilnahme am Weltrekordversuch aufgerufen. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke warben die Partner in einer zentralen Veranstaltung auf dem Freithof in Neuss für den Fairen Handel und schenkten unter dem Motto “Jede Tasse zählt” kostenlos Fairtrade-Kaffee an die Passanten aus. Am Gemeinschaftsstand des Kreises waren die Eine-Welt-Initiativen aus Jüchen, Neuss, Grevenbroich, Korschenbroich und Kaarst versammelt und informierten Kaffeebecher um Kaffeebecher über die Vorteile des Fairen Handels.

Höhepunkt war eine “faire” Bühnen-Modenschau von 90 Grundschulkindern der Offenen Ganztagsschulen aus Neuss, Korschenbroich und Dormagen, die die Neusser Eine-Welt-Initiative (NEWI) organisierte. Landrat Petrauschke zeigte sich von der Kreativität der Grundschüler und dem Engagement der Eine-Welt-Initiativen auf dem Freithof begeistert.

Aber auch Privatpersonen, Hotel- und Gastronomiebetriebe sowie Schulen und Einrichtungen beteiligten sich kreisweit am Aufruf zum Weltrekordversuch. Dabei waren unter anderem das Holiday-Inn-Hotel in Neuss, das Kreisberufsbildungszentrum Neuss Weingartstraße, das cafe jedermann, das Cafestübchen in der Eissporthalle, das Bistro am Südbad, die Gastronomie am Wellneuss, die Kreiskrankenhäuser in Grevenbroich und Dormagen, die Kreisverwaltung sowie das Seniorenhaus Korschenbroich sowie das Seniorenhaus Lindenhof in Grevenbroich. Am Ende wurden stolze 6087 Tassen fairer Kaffee der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises via Internet, Mail oder Fax für den Weltrekordversuch gemeldet.

Die auf dem Freithof von den Eine-Welt-Gruppen eingenommenen Spenden für den ausgeschenkten Kaffee in Höhe von 106,95 Euro kommt der Somalia-Hilfe der Aktion “Deutschland hilft” zugute. Darauf hatten sich im Vorfeld die Eine-Welt-Gruppen bei ihrer Sitzung im Neusser Kreishaus geeinigt.

Ursula Klaff: Vom Erntedank-Frühstück bis zur Schul-Arbeitsgemeinschaft

Eine Frau beim "fairen" Frühstück

Sie setzt sich für den Fairen Handel ein: Ursula Klaff aus Jüchen-Neuenhoven

Einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten – dafür setzen sich im Rhein-Kreis Neuss, der seit 2010 erster Fair-Trade-Kreis Deutschlands ist, viele Menschen ein. Einige von ihnen engagieren sich bereits seit Jahrzehnten für den Fairen Handel – so auch Ursula Klaff aus Jüchen-Neuenhoven.

Einen Eine-Welt-Laden betrat Ursula Klaff zum ersten Mal vor 17 Jahren auf dem Campus der Universität Düsseldorf. Als Sekretärin an der Heinrich-Heine-Universität tätig, war sie gerade Großmutter geworden. “Ich war dankbar für meine beiden Zwillings-Enkelinnen und habe mich damals dazu entschlossen, mich für den Fairen Handel zu engagieren. Denn ich will mit dazu beitragen, dass es noch mehr Menschen auf der Welt gut geht”, sagt die heute 73-Jährige voller Überzeugung.

In ihrer Heimatpfarre St. Georg iin Jüchen-Neuenhoven bietet Ursula Klaff seitdem gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlern einmal im Monat Produkte aus dem Fairen Handel an – von Brotaufstrichen über Kaffee und Tee bis hin zu Säften und Wein. Mit ihrem Engagement will die verheiratete Mutter von drei Kindern dazu beitragen, dass Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika eine menschenwürdige Existenz erhalten.

Dabei schaut Ursula Klaff über die Dorfgrenzen hinaus. So beteiligt sie sich mit dem Rhein-Kreis Neuss an der Fair-Trade-Woche und arbeitet mit weiteren Mitstreiterinnen im Fairen Kaffeegarten am 30. September auf dem Neusser Marktplatz mit. 1999 gründete die gebürtige Berlinerin, die mit ihrem Mann vor über 30 Jahren nach Neuenhoven zog, mit Vertretern weiterer Eine-Welt-Gruppen aus anderen Jüchener Ortsteilen das Eine-Welt Forum Jüchen. Hier werden im Haus Katz immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr faire Produkte verkauft. Der Erlös geht unter anderem an ein Hilfsprojekt in Kolumbien, das Flüchtlingskinder betreut.

Ursula Klaffs Engagement ist es zu verdanken, dass am Gymnasium in Jüchen eine Eine-Welt-AG entstand. Auch die Arbeitsgemeinschaft an der Realschule begleitet die rüstige Rentnerin. Zur Entspannung greift sie gern zu einem guten Buch oder zu einem Sudoko-Rätsel und genießt die Ruhe im heimischen Garten. Mit Begeisterung organisiert die Neuenhovenerin Veranstaltungen vom Fairen Erntedank-Frühstück bis hin zum monatlichen Friedensgebet mit und packt mit an, wenn beim Pfarrfest in der Nachbargemeinde Helfer am Fair-Trade-Stand gesucht werden. Denn sie weiß: “Die Arbeit für eine gerechtere Welt ist nur zu schaffen, wenn sie auf vielen Schultern verteilt ist.”

Ursula Klaff hofft, dass noch mehr Verbraucher als bisher zu fairen Produkten greifen. “Kaffee trinkt wohl fast jeder”, sagt sie, “aber die wenigsten machen sich Gedanken, wie es den Menschen geht, die den Kaffee anbauen.” Dabei kostet eine Tasse fairer Kaffee lediglich rund drei Cent mehr als eine Tasse Kaffee ohne Trans-Fair-Siegel.

Kaffee.Pause.Fair: Neusser Gastronomen machen mit beim Weltrekordversuch

500.000 Tassen fairer Kaffee sollen bundesweit am 30. September getrunken werden. An diesem Weltrekordversuch beteiligen sich auch mehrere Neusser Cafés und Restaurants. Mit dabei sind das Holiday Inn Düsseldorf-Neuss, das Kreis-Berufsbildungszentrum Neuss Weingartstraße, das Café jedermann, das Kufenstübchen in der Eissporthalle, das Bistro im Südbad sowie die Gastronomie am Wellneuss. Jede Tasse fairer Kaffer, die hier ausgeschenkt wird, zählt mit bei der Aktion “Kaffee.Pause.Fair”. Auch die Kreis-Seniorenhäuser Korschenbroich und Lindenhof in Grevenbroich sowie die Kreiskrankenhäuser in Dormagen und Grevenbroich machen mit. Hier bekommen die Bewohner und Patienten das ganze Jahr über fairen Kaffee serviert.

Organisiert wird der bundesweite Weltrekordversuch von Transfair Deutschland. Zum zehnjährigen Bestehen der Fairen Woche vom 16. bis 30. September dreht sich in mehreren Tausend Veranstaltungen alles um den Fairen Handel. Schirmherr der Aktion “Kaffee.Pause.Fair” im Rhein-Kreis Neuss ist Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Gemeinsam mit den Eine-Welt-Gruppen im Kreis lädt der Rhein-Kreis Neuss am Freitag, 30. September, von 14 bis 17 Uhr in den “Fairen” Kaffeegarten auf den Freithof in Neuss ein. In Höhe des Zeughauses wird nicht nur fairer Kaffee ausgeschenkt; hier gibt es auch eine “faire Modenschau” mit Grundschulkindern zu sehen.

Jeder kann bei dem Weltrekordversuch mitmachen – ganz gleich ob zuhause, am Arbeitsplatz, auf dem Marktplatz oder im Café. Meldungen über getrunkene Tassen nimmt die Pressestelle des Rhein-Kreises Neuss online unter http://fair-im-rhein-kreis-neuss.de/kaffee-pause-fair entgegen, per E-Mail unter presse@rhein-kreis-neuss.de sowie unter Telefon 02131/928-1000 und per Fax unter 02131/928-1398.