Erster Besuch in der kolumbianischen Gemeinde Campohermoso (von links): Bürgermeister Pedro Miguel López Vela, Kreisdirektor Dirk Brügge und Amtsleiter Marcus Temburg. - (c) Rhein-Kreis Neuss

Entwicklungszusammenarbeit: Neuer Partner des Kreises in Kolumbien

Die Gemeinde Campohermoso im Bundesstaat Boyacá soll neuer Partner des Rhein-Kreises Neuss bei der Entwicklungszusammenarbeit mit der Republik Kolumbien werden. Dafür hat sich der Kreisausschuss unter Vorsitz von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke einstimmig ausgesprochen. Zuvor hatten Kreisdirektor Dirk Brügge, Amtsleiter Marcus Temburg und der Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik, Thiago de Carvalho Zakrzewski, Campohermoso besucht, wo sie von Bürgermeister Pedro Miguel López Vela herzlich willkommen geheißen wurden.

Brügge berichtet von überaus positiven Eindrücken: „Es besteht in Campohermoso ein großes Interesse seitens der Verwaltung und der Bürgerschaft an einer Entwicklungszusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis Neuss.“ Das kolumbianische Innenministerium und der Gouverneur von Boyacá hätten bereits ihre Unterstützung bekräftigt.

Für eine Zusammenarbeit mit dem 1110 Meter hoch gelegenen und knapp 4000 Einwohner zählenden Campohermoso sprächen vielversprechende persönliche Kontakte, gute und stabile administrative Strukturen, ein vom kolumbianischen Guerilla-Konflikt verschontes Gebiet, die relativ gute Erreichbarkeit sowie große Potenziale beim Einsatz erneuerbarer Energien und beim fairen und nachhaltigen Kaffeeanbau. Hinzu käme ein reichhaltiges kulturelles Erbe.
Im Vergleich zur Kooperation mit der bisherigen Partner-Gemeinde Solano wären bei einer Zusammenarbeit mit Campohermoso von Anfang an alle relevanten administrativen und institutionellen Partner vor Ort eingebunden“, so Brügge. Außerdem sei das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bereit, die Kooperation zu unterstützen und finanziell zu fördern. Das Ministerium bezuschusst darüber hinaus die Koordinatoren-Stelle für Entwicklungszusammenarbeit beim Rhein-Kreis Neuss für zwei weitere Jahre zu 90 Prozent und trägt alle Reisekosten.

Der Kreis hatte 2013 als „Quereinsteiger“ die Klimapartnerschaft mit der Gemeinde Solano von der Stadt Oldenburg übernommen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie fehlender Anbindung, Hoch- und Niedrigwasser sowie instabiler Sicherheitslage ist es gelungen, Erfolge zu verzeichnen. So wurde die Kakao-Erzeugung professionalisiert und die Stromversorgung durch Photovoltaikanlagen verbessert. Nach einem Wechsel im Bürgermeisteramt in Solano nahm das Interesse der kolumbianischen Seite an dem Projekt ab. Es wurde im Herbst 2017 offiziell für beendet erklärt.

Fairtrade-Steuerungsgruppe - (c) Rhein-Kreis Neuss

Nikolaustreffen im Kreishaus

Mehr als 20 Teilnehmer kamen jetzt zum Treffen der Fairtrade-Steuerungsgruppe im Kreishaus Neuss kurz vor dem Nikolaustag. Fairtrade-Kampagnenleiter Benjamin Josephs freute sich über das große Interesse: „Die gute Resonanz belegt den großen Stellenwert, den das Thema Fairer Handel bei uns im Kreis hat“, sagte er bei seiner Begrüßung der Vertreter von Kommunen, Schulen und Eine-Welt-Gruppen. Alle Teilnehmer nahmen einen fairen Schoko-Nikolaus und den Kalender „Heimatbilder“ des Rhein-Kreises Neuss mit nach Hause.

Josephs hob hervor, dass der Rhein-Kreis Neuss bereits zum 3. Mal als Fairtrade-Kreis rezertifiziert wurde. „Ich bin stolz, dass wir dem internationalen Netzwerk der mehr als 2000 Fairtrade Towns angehören. Die Auszeichnung zeigt, dass sich im Kreis viele Akteure für den Fairen Handel einsetzen. Zusammen mit unseren Städten und Gemeinden sowie den privaten Initiativen sind wir auf einem guten Weg“, betonte er. Neuss ist bereits seit 2009 Fairtrade Town, seit kurzem tragen auch Dormagen und Jüchen diesen Titel. Zehn Fairtrade Schools gibt es im Kreis. Schulen, die diesen Titel anstreben, erhalten Unterstützung vom Rhein-Kreis Neuss.

Der Rhein-Kreis Neuss blickt auf eine Reihe von Aktivitäten rund um den Fairen Handel in diesem Jahr zurück. So war Projektleiterin Renate Kuglin mit ihrem Fairtrade-Team bei mehreren Veranstaltungen über den Fairen Handel vertreten: beim Umwelttag in Neuss ebenso wie bei der Tour de Neuss, der Familienzeit in Zons und dem Banana Fairday. Darüber hinaus machte der Kreis mit Fairtrade-Facebook-Gewinnspielen unter anderem zu Karneval und zu St. Martin auf das Thema Fairtrade aufmerksam.

Auch für 2019 planen die Akteure im Kreis eine Reihe von Veranstaltungen, unter anderem zur Fairtrade-Woche im September 2019. Sie waren sich einig, dass sie noch mehr Gastronomiebetriebe im Kreis davon überzeugen wollen, faire Produkte anzubieten. Händler und Gastronomen mit einem Fairtrade-Sortiment können sich in den Online-Gastronomieführer des Rhein-Kreises Neuss aufnehmen lassen. Weitere Informationen dazu gibt es bei Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unter Telefon 02131 928-1303 sowie per E-Mail unter renate.kuglin@rhein-kreis-neuss.de.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Pressesprecher Benjamin Josephs übergaben die Baumwolltaschen an die Vertreter der Martinsvereine - (c) A. Tinter / Rhein-Kreis Neuss

Landrat übergab faire Baumwolltaschen an drei Martinsvereine

Über fair gehandelte Baumwolltaschen freuten sich jetzt drei Martinsvereine aus dem Rhein-Kreis Neuss. Das St. Martins-Komitee Neuss-Altstadt, das Komitee aus Jüchen-Gierath/-Gubberath und der Förderverein der Caritas-Kindertagesstätte im Haus der Familie in Dormagen hatten beim Facebook-Gewinnspiel des Rhein-Kreises Neuss jeweils 100 Baumwolltaschen für ihre Martinsumzüge gewonnen.

Bei der Gewinnübergabe im Neusser Kreishaus gratulierte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke den Gewinnern und sagte: „Ich freue mich, dass wir damit die Martinsvereine bei uns im Kreis unterstützen – und dass ich ihnen die Taschen genau an dem Tag überreichen kann, an dem die rheinische St. Martins-Tradition zum NRW-Kulturerbe erklärt wurde.“ Benjamin Josephs, Fairtrade-Kampagnenleiter und Pressesprecher des Rhein-Kreises Neuss, hatte das Gewinnspiel initiiert: „Die Idee, Baumwoll- statt Plastiktaschen zu verwenden, findet immer mehr Anhänger, und wir wollen mit dieser Aktion gleichzeitig ein Zeichen für den Fairen Handel und für den nachhaltigen Einsatz von Rohstoffen setzen“, so Josephs.

Für die Martinsvereine steht fest, dass sie die Taschen mehrmals nutzen wollen. So berichten Melanie Roes, Sarah Dahmen und Reiner Schön vom St. Martins-Komitee Gierath-Gubberath, dass bei ihnen Plastiktüten demnächst der Vergangenheit angehören: „Wir wollen möglichst alle 400 Tüten als Baumwolltaschen packen und rufen die Kinder dazu auf, die leeren Taschen zurückzubringen, damit wir sie im nächsten Jahr wiederverwenden können.“

Bereits am 7. November zieht St. Martin durch Gierath und Gubberath, während die Umzüge des Martins-Komitees Neuss-Altstadt und der Caritas-Kindertagesstätte in Dormagen jeweils am 9. November stattfinden. „Bei uns gehen rund 1.000 Kinder mit, auch viele Schüler sind dabei“, erzählt Bernd Herten vom St. Martins-Komitee Neuss-Altstadt, der auch in diesem Jahr wieder in die Rolle des St. Martin schlüpft. Er freut sich über die fairen Taschen, die Petra Schumacher für sein Komitee gewonnen hat, und versichert: „Wir geben die Baumwolltaschen an eine unserer Neusser Schulen weiter.“

Rund 20 Martinsvereine aus dem Kreisgebiet hatten bei dem Gewinnspiel mitgemacht. Losglück hatte ebenfalls der Förderverein der Dormagener Caritas-Kindertagesstätte. Susanne Beran mit den Kindern Isalie und Nilas und Susanne Kluge packen zusammen mit ihren Vereinskollegen Taschen sowohl nur für insgesamt 67 Kindergartenkinder als auch für deren Geschwister. „Mit diesem Gewinn können wir ab sofort auf Plastiktaschen verzichten“, zeigen sie sich begeistert von dem Gewinn.

Annie-Boyomo und Nuran Yilmaz von der Schülerfirma bbz fair4u - (C) Berufsbildungszentrum Grevenbroich

BBZ-Schüler/innen handeln fair

Bereits das sechste Jahr in Folge hat sich das BBZ an der Fairtrade-Kampagne „Faire Woche“ beteiligt. Schülerinnen und Schüler aus mehreren sozialpädagogischen Bildungsgängen haben gezeigt, warum das Thema wichtig ist und wie sich der Einzelne beteiligen kann.

Die Jahrgangsstufe 12 der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales hat sich mit den Themen „Gemeinsam für ein gutes Klima“ und „Fairphone“ auseinander gesetzt und im Forum die Althandy-Sammelaktion von missio vorgestellt. Dabei haben sie beispielsweise herausgefunden, dass das nachhaltig hergestellte Fairphone mittlerweile die Standards eines guten Smartphones erreicht und damit zur echten Alternative geworden ist.

Schüler/-innen der Oberstufe der Berufsfachschule Kinderpflege haben für das Mensa-Menü eine leckere Nachspeise mit Fairtrade-Bananen zubereitet. Außerdem haben sie sich im Rahmen der Projektwoche „To make this world a better place“ mit den Themen „Insektenschutz/Biodiversität“, „Mobilität/Energie“, „Wald/Recyclingpapier“ und mit verschiedenen Aspekten des fairen Handels am Beispiel der Fairtrade-Banane und fairer Kleidung beschäftigt. Am Banana Fairday haben sie ihre Ergebnisse im Forum präsentiert. Und in den Kindertagesstätten setzen sie ihre Erkenntnisse und Ideen in Projekte um.

Auch die Schülerfirma „bbz-fair4u“ hat sich an diesem Aktionstag beteiligt und neben fairem Kaffee auch Köstlichkeiten mit Fairtrade-Bananen angeboten. Die angehende Erzieherin Annie Boyomo erklärt dazu: „Wir engagieren uns für fairtrade, um den Kindern und Bauern in den Entwicklungsländern eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen.“ Nuran Yilmaz (ebenfalls aus der Fachschule für Sozialpädagogik) ergänzt: „Es macht uns einfach Freude, wenn wir Menschen helfen können.“

Schirmherr der „Fairen Woche“ ist der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller. Er weist darauf hin, dass der „Faire Handel“ ein wichtiger Bestandteil bei der Umsetzung des Weltzukunftsvertrages „Agenda 2030“ ist. Darin hat sich die Weltgemeinschaft auf 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung verständigt.

Quelle: Berufsbildungszentrum Grevenbroich

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gab den Startschuss für den Banana Fairday im Straßenverkehrsamt - (c) S. Büntig / Rhein-Kreis Neuss

Erfolgreicher Banana Fairday im Kreishaus

Über Bananen und Säfte aus Fairem Handel freuten sich jetzt die Kunden im Straßenverkehrsamt des Rhein-Kreises Neuss. Schon früh morgens gab Landrat Hans-Jürgen Petrauschke am 28. September den Startschuss für den Banana Fairday. Die Kunden in der Dienststelle in Neuss nutzten dabei die Gelegenheit, die fairen Produkte zu probieren und sich gleichzeitig über den Fairen Handel zu informieren.

„Als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands unterstützen wir den Fairen Handel und machen beim Banana Fairday mit, um auf die Probleme der Bananenproduzenten hinzuweisen“, sagte der Landrat. Viele Bananen-Bauern haben mit steigenden Produktionskosten und immer höheren Ansprüchen an die Qualität bei stagnierenden Endverbraucherpreisen zu kämpfen. Darüber hinaus bedrohen Umweltprobleme komplette Anbauregionen.

Bananen sind das meistkonsumierte Frischobst der Erde, doch ungerechte Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen prägen den Alltag der Beschäftigten auf den Plantagen. Wer Fairtrade-Bananen kauft, unterstützt die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Bananenplantagen in Peru, in der Dominikanischen Republik, Ecuador und Kolumbien. Denn feste Mindestpreise und zusätzliche Prämien bedeuten für die Kleinbauernfamilien eine Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitssituation.

Seit 1997 werden Bananen aus Fairem Handel in Deutschland angeboten. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 87.379 Tonnen faire Bananen in Deutschland verkauft; sie hatten damit einen Marktanteil von 12 Prozent.

Produzentenbesuch im Norbert-Gymnasiums - (c) Norbert-Gymnasium

Fairtrade-Produzenten aus Kolumbien besuchten Norbert-Gymnasium Knechtsteden

Im Rahmen der „Fairen Woche 2018“ besuchten jetzt zwei Vertreter des Fairen Handels aus Südamerika das Norbert-Gymnasium Knechtsteden und berichteten aus erster Hand über die Chancen und Wirkungen des Fairen Handels. Im Zentrum des Besuchstages stand die persönliche Begegnung von Schülerinnen und Schülern mit Richard Padilla Duran aus Kolumbien und Willy Paredes aus Peru.

Das Norbert-Gymnasium Knechtsteden, das seit Juni 2014 den Titel „Fairtrade-School“ trägt und mittlerweile zweimal rezertifiziert wurde, freut sich sehr über den Besuch. Auf ihrer Rundreise schilderten Richard Padilla Duran, Bananenkleinbauer und Mitglied der Fairtrade-zertifizierten Kooperative EMPREBANCOOP in Kolumbien, sowie Willy Paredes, CLAC-Koordinator aus Peru, Beispiele aus ihrer täglichen Arbeit.

Die Fairtrade-Schülerfirma des Norbert-Gymnasiums ist stolz auf ihre bisherigen Erfolge: „Wir konnten in den letzten Jahren durch zahlreiche Aktionen und Auszeichnungen auf den Fairen Handel aufmerksam machen“, berichten die Schüler. Im März 2018 erhielt die Schülerfirma bei den Fairtrade-Awards 2018 in Berlin den 1. Preis in der Kategorie Nachwuchs. Das Schulteam sieht diesen von Transfair ermöglichten Besuch auch als Anerkennung seines bisherigen Einsatzes zur Förderung des Fairtrade-Gedankens.

Fairtrade Bananen - (c) Gerhard Wasserbauer / Fairtrade Deutschland

Banana Fairday am 28. September im Kreishaus Neuss

Zum Abschluss der Fairen Woche vom 14. bis 28. September 2018 findet am Freitag, 28. September, der Banana Fairday statt. Auch der Rhein-Kreis Neuss beteiligt sich an dieser Aktion und wirbt ab 8 Uhr mit einem Infostand im Straßenverkehrsamt im Kreishaus Neuss für den Fairen Handel. Für die Kunden stehen fair gehandelte Bananen sowie Säfte aus Fairem Handel bereit.

„Wir rühren die Werbetrommel für den Fairen Handel, denn wir alle tragen Verantwortung für eine gerechtere Welt“, betont Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. So wird fairer Kaffee und Tee beim Rhein-Kreis Neuss nicht nur in Sitzungen des Kreistags und der Ausschüsse ausgeschenkt, sondern auch bei Veranstaltungen. Auch beim Einkauf haben die Ämter und Einrichtungen des Kreises nachhaltige und sozial verantwortliche Beschaffung im Blick.

Auf dieser Internetseite bietet der Rhein-Kreis Neuss eine Übersicht über Fairtrade-Termine im Kreis und in der Region. Unter diesem Link finden Bürger aus dem Rhein-Kreis Neuss auch einen lokalen Gastronomie- und Einkaufsführer für den Fairen Handel. Bereits seit 2010 setzt sich der Rhein-Kreis Neuss als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands für den Fairen Handel ein. Unterstützt wird er dabei von den Eine-Welt-Gruppen im Kreisgebiet, die sich seit Jahrzehnten für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika engagieren.

Weitere Informationen zum Fairen Handel gibt es bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises unter Telefon 02131 928-1300.

Schützenfestempfang - (c) Rhein-Kreis Neuss

Fairtrade-Rosen für Gäste des Schützenfestempfangs

Der Schützenfestempfang vor dem Neusser Bürgerschützenfest stand jetzt im Zeichen von Fairtrade: Pressesprecher Benjamin Josephs überreichte zusammen mit Renate Kuglin und Inge Büttgenbach von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fair gehandelte Rosen an die rund 300 Gäste der Veranstaltung im Neusser Kreishaus.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke freute sich am Freitag vor dem Neusser Schützenfest über den Besuch von rund 300 Gästen. Zu ihnen gehörten auch das amtierende Königspaar, S.M. Georg I. Martin und Angelika Kunz, und Martin Flecken, Präsident des Bürger-Schützen-Vereins. Darüber hinaus waren zahlreiche weitere Repräsentanten des Schützenwesens, Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft und Gäste aus der Region zu Gast.

Der Rhein-Kreis Neuss engagiert sich als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands bereits seit 2010 für den Fairen Handel und macht mit Aktionen wie zuletzt beim Schützenfestempfang auf das Thema aufmerksam. Weitere Informationen zum Fairen Handel im Rhein-Kreis Neuss gibt es bei Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Rhein-Kreises Neuss unter Telefon 02131 928-1303. Hier erhalten Interessierte unter anderem Flyer und Postkarten zu dem Thema.

Thiago de Carvalho Zakrzewski: "Wir unterstützen Kommunen auf dem Weg zur Fairtrade Town" - (c) Rhein-Kreis Neuss

Thiago de Carvalho Zakrzewski: „Wir unterstützen Kommunen auf dem Weg zur Fairtrade Town“

Seit November 2017 ist Thiago de Carvalho Zakrzewski beim Rhein-Kreis Neuss Koordinator für kommunale Entwicklungszusammenarbeit. Seine Schwerpunkte sind vielfältig: Sowohl Partnerschaftsarbeit mit Süd-Kommunen als auch Fairer Handel und Faire Beschaffung gehören zu den Themen des Halb-Brasilianers. Die Stelle des 30-jährigen gebürtigen Esseners wird von der Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.

Der Rhein-Kreis Neuss wurde 2010 erster Fairtrade-Kreis Deutschlands und wurde jetzt rezertifiziert. Wie holen Sie sich immer wieder neue Impulse für den Fairen Handel?
Fairtrade-Arbeit ist immer auch Netzwerkarbeit. In der Kreisverwaltung arbeiten das Presseamt und das Planungsamt eng zusammen und beziehen in der Steuerungsgruppe viele Partner aus dem Kreis mit ein. Neue Ideen holen wir uns auch bei überregionalen Treffen. So war ich zuletzt zusammen mit Vertretern aus anderen NRW-Fairtrade-Towns bei einer Veranstaltung in Köln, der Fairen Welthauptstadt 2018.

Wie viele Städte und Kreise in NRW sind schon Fairtrade Town?
Schon jetzt liegt die Zahl bei 130 Fairtrade Towns. Weitere 23 haben sich für diesen Titel beworben. Im Rhein-Kreis Neuss sind Neuss, Dormagen und Jüchen schon als Fairtrade Town zertifiziert, Grevenbroich und weitere Kommunen im Kreis sind ebenfalls an dem Titel interessiert. Gern beraten wir diese Städte und Gemeinden und unterstützen sie auf dem Weg zur Fairtrade Town.

Sie setzen sich auch für faire Beschaffung ein. Was kann man sich darunter vorstellen?
Kommunen können durch ihren Einkauf einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Das heißt, bei der Vergabe von Aufträgen sollten sie bestimmte Sozialstandards und Umweltkriterien einhalten. Die Grundlagen dafür bietet das Vergaberecht.

In welcher Form streben Sie eine Partnerschaftsarbeit mit lateinamerikanischen Kommunen an?
Dies könnte durchaus die Fortführung der langjährigen Zusammenarbeit des Kreises mit Kolumbien sein. Wichtig ist, dass beide Partner von der Zusammenarbeit profitieren und ein reger Austausch stattfindet. Wir könnten zum Beispiel in den Bereichen erneuerbare Energien und Abfall-Entsorgung unterstützen, aber auch die Themen Infrastruktur, Medizin und Bildung könnten eine Rolle spielen. Zurzeit läuft noch die Recherche. Wir würden gern an bestehende Kontakte anknüpfen und freuen uns über Anregungen.

Sie haben nach Ihrem Studium praktische Erfahrungen in verschiedenen Ländern Lateinamerikas gesammelt. Wie gefällt Ihnen die Arbeit an einem Schreibtisch in einer Verwaltung?
Ich fühle mich im Planungsamt sehr gut aufgenommen. Die Themen machen mir Spaß, und der Austausch untereinander ist super. Des Weiteren habe ich bei meiner Arbeit viel Gestaltungsspielraum.

Rezertifizierung Fair Trade - (c) Rhein-Kreis Neuss

Rhein-Kreis Neuss bleibt Fairtrade-Kreis: „Wir wollen weiter den fairen Handel auf lokaler Ebene fördern“

Fester Mindestpreis, nachhaltige Produktion und der Verzicht auf Kinderarbeit in Schwellenländern – das alles unterstützt auch der Rhein-Kreis Neuss als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands. Der Kreis wurde erstmals im Jahr 2010 ausgezeichnet und darf jetzt für weitere zwei Jahre diesen Titel in Anspruch nehmen. Über die Rezertifizierungsurkunde von Transfair Deutschland e.V. freuten sich Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Presseamtsleiter Benjamin Josephs und Projektleiterin Renate Kuglin.

Für Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ist die Bestätigung der Auszeichnung ein schönes Zeugnis dafür, dass sich im Kreis viele Akteure für den Fairen Handel einsetzen: „Ich bin stolz, dass wir dem internationalen Netzwerk der mehr als 2.000 Fairtrade Towns angehören. Wir setzen uns weiterhin zusammen mit Ehrenamtlern, aber auch mit Partnern aus Wirtschaft und Politik mit viel Elan dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern“, sagt Petrauschke. Erfolgreiche Projekte in den letzten Jahren waren der digitale Einkaufsführer des Kreises für alle Städte und Gemeinden, die Fairtrade-Schulkampagne und Aktionen zum Beispiel in der Fairen Woche.

Auch in der Kreisverwaltung setzen Verwaltungsspitze und Mitarbeiter auf faire Produkte. So wird unter anderem im Büro des Landrates, in den Sitzungen des Kreistages und seiner Ausschüsse nur noch fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt. Zahlreiche Kreiseinrichtungen von Museen über Schulen bis hin zum Technologiezentrum Glehn bieten ebenfalls Fairtrade-Getränke an. Darüber hinaus wird bei der Vergabe von Aufträgen darauf geachtet, dass Sozialstandards und Umweltkriterien eingehalten werden.

Die Federführung der Fairtrade-Kampagne beim Kreis liegt bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Deren Leiter Benjamin Josephs hat sich vorgenommen, die Idee des Fairen Handels noch bekannter zu machen: „Ziel muss sein, dass die Bürger bei uns im Kreis für Fairtrade sensibilisiert werden, damit sie diese Produkte auch kaufen.“ Josephs bezieht auch die kreisangehörigen Städte und Gemeinden mit in die Kampagne ein. „Neuss ist bereits seit 2009 Fairtrade Town, Dormagen und Jüchen tragen seit kurzem den Titel, und weitere Kommunen haben sich auf den Weg gemacht“, berichtet der Kreispressesprecher. Zusammen mit Projektleiterin Renate Kuglin will er in den nächsten Jahren noch mehr Gastronomiebetriebe im Kreis davon überzeugen, faire Produkte anzubieten. Händler und Gastronomen mit einem Fairtrade-Sortiment können bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit den Aufkleber „Fair Player“ anfordern.

Das Engagement des Fairtrade-Kreises ist vielfältig: Mit Aktionstagen wie dem Banana Day beteiligt sich der Rhein-Kreis Neuss an der Fairen Woche, 2016 schickte er in Kooperation mit den Nachbarstädten Mönchengladbach und Düsseldorf einen Fairtrade-Karnevalswagen auf den Neusser Umzug und verloste in diesem Jahr Fairtrade-Kamelle unter den Karnevalsvereinen. Weitere erfolgreiche Beispiele sind eine Tauschaktion, bei der Bürger Plastiktüten gegen faire Baumwolltaschen eintauschen konnten, und zuletzt die Tour de Neuss: Die Teilnehmer fuhren für den Fairen Handel, und Mitarbeiter des Kreises waren mit einem Fairtrade-Stand vor Ort.

Weitere Informationen rund um den Fairen Handel im Kreis und der faire Einkaufsführer finden sich auf der Internetseite www.fair-im-rhein-kreis-neuss.de. Interessierte können sich auch an Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unter Telefon 02131 928-1303 wenden.

Hintergrundinfo
Diese fünf Kriterien müssen erfüllt werden, um Fairtrade-Kreis oder -Stadt zu werden bzw. zu bleiben:
1. ein offizieller Kreistags- bzw. Ratsbeschluss zur Beteiligung an der Kampagne
2. eine lokale Steuerungsgruppe, die die Aktivitäten der Akteure vor Ort koordiniert
3. eine bestimmte Anzahl an Einzelhandelsgeschäften sowie Gastronomen, die Fairtrade-Produkte anbieten
4. öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchen verwenden Fairtrade-Produkte
5. die örtlichen Medien berichten über Aktivitäten rund um den Fairen Handel