Schüler des Bettina-Von-Arnim-Gymnasiums freuten sich zusammen mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Bürgermeister Erik Lierenfeld und Schulleiter Theodor Lindner über das Zertifikat als Fairtrade School von Annika Patz.

Bettina-von-Arnim-Gymnasium ist 10. Fairtrade School im Rhein-Kreis Neuss

Das Bettina-von-Arnim-Gymnasium in Dormagen ist die 10. Fairtrade School im Rhein-Kreis Neuss. Nach dem Gymnasium Knechtsteden ist die Schule bereits die zweite Schule in Dormagen, die für ihr Engagement für den Fairen Handel mit diesem Titel belohnt wird. In einer Feierstunde überbrachten Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld Schülern, Lehrkräften und Eltern die Glückwünsche des Rhein-Kreises und der Stadt Dormagen. Gleichzeitig gab Lierenfeld bekannt, dass die Stadt Dormagen nun die Auszeichnung als Fairtrade Town beantragen wird. Damit wäre sie nach der Stadt Neuss und der Gemeinde Jüchen bereits die dritte Fairtrade Town im Kreis.

Der Rhein-Kreis Neuss engagiert sich als erster Fairtrade-Kreis Deutschland für den Fairen Handel. So unterstützt er zum Beispiel Schulen, die sich für diese Idee einsetzen, finanziell und in der Öffentlichkeitsarbeit. „Wir sind stolz darauf, dass wir mit zehn Fairtrade Schools im Kreis ganz vorn liegen – und dass noch weitere Schulen auf dem Weg zu dieser tollen Auszeichnung sind“, sagte Petrauschke, der den Schülern einen Scheck und ein Netz mit fairen Fußbällen mitgebracht hatte. Er ermutigte die Mitglieder der Nachhaltigkeits-AG dazu, nachhaltig zu planen und weitere Schüler für ihre Arbeit zu gewinnen.

Erst im Februar war diese AG von Schülern und der Lehrerin Lucie Bergins gegründet wurden. Schon wenige Monate später erfüllte das Bettina-von-Arnim-Gymnasium alle Voraussetzungen für die Auszeichnung als Fairtrade School: Eine AG setzt sich für den Fairen Handel ein, zusammen mit Schulleiter Theodor Lindner wurde ein Fairtrade-Kompass erstellt; außerdem verkaufen Schüler Produkte aus fairem Handel in der Schulcaféteria und organisieren Aktionen. So werden Pfandflaschen in einem Container gesammelt, wobei der Erlös als Spende an ein Entwicklungshilfeprojekt in Kenia geht. Außerdem wird an dem Gymnasium das Thema Fairtrade im Unterricht thematisiert.

Seit August 2012 erhalten Schulen, die sich mit besonderen Aktionen für den Fairen Handel einsetzen und das Thema auch im Unterricht behandeln, das Fairtrade-Siegel. Annika Patz vom Verein TransFair, die den Schülern die Urkunde überreichte, zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Aktionen.

Die Schüler Carla Schreiber, Ema Tolic, Merve Güden, Samuel Barton, Maya Janssen, Annalena Margies, Hayrullah Tavuz, Elisabeth Dubovik und Lea Blocksiepen engagieren sich an dem Dormagener Gymnasium in der Nachhaltigkeits-AG. Ema Tolic zeigte sich in der Feierstunde selbstbewusst: „Wir sind zwar wenige, aber wir sind jung und wir haben schon Zuwachs bekommen“, so die Neuntklässlerin.

Weitere Informationen zu der Kampagne Fairtrade Schools gibt es auf der Internetseite www.fairtrade-schools.de.

Fairtrade-Produkte sind gefragt wie nie zuvor. - (c) Sean Hawkey/Trans Fair

Erstmals Milliarden-Umsatz mit Fairtrade-Produkten

Fair gehandelte Produkte sind gefragt wie nie zuvor: Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland hat im vergangenen Jahr erstmals die Milliarden-Marke geknackt. Fast 1,2 Milliarden Euro gaben Verbraucher für Kaffee, Kakao, Rosen, Bananen und andere Produkte mit dem Fairtrade-Siegel aus. Im Jahr 2015 waren es noch 978 Millionen Euro; das entspricht einem Zuwachs von 18 Prozent. Das hat Fairtrade Deutschland in seinem Jahresbericht bekannt gegeben.

Im Schnitt hat 2016 jeder Deutsche 13 Euro für faire Produkte ausgegeben. Dabei liegen Bananen, Kaffee, Kakao und Blumen ganz vorn: Fairtrade-Bananen und fair gehandelte Schnittblumen kommen mittlerweile in Deutschland auf einen Marktanteil von zehn Prozent. Fairer Kaffee erreichte einen Anteil von knapp vier, Kakao immerhin sechs Prozent.

Auch der Rhein-Kreis Neuss setzt sich als erster zertifizierter Fairtrade-Kreis Deutschlands zusammen mit zahlreichen Eine-Welt-Initiativen nachhaltig für den Fairen Handel ein. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke begrüßt, dass immer mehr Städte und Gemeinden im Kreis den Titel „Fairtrade Town“ anstreben. Neuss und Jüchen haben das faire Siegel bereits erhalten; weitere Kommunen wie Dormagen, Grevenbroich und Rommerskirchen sind auf dem Weg zur „Fairtrade Town“. Auch zahlreiche Schulen im Kreis haben sich bereits als „Fairtrade School“ qualifiziert. „Mit der Beteiligung an der Fairtrade-Kampagne leisten Städte, Gemeinden, Kreise und auch Schulen einen wichtigen Beitrag für eine gerechtere Welt“, betont Landrat Petrauschke.

Wer wissen will, wo er fair einkaufen kann, findet auf dieser Internetseite einen fairen Einkaufs- und Gastronomieführer. Hier sind Händler, Supermärkte und Weltläden aus dem Rhein-Kreis Neuss verzeichnet, die neben fair gehandeltem Kaffee auch weitere Produkte mit dem Fairtrade-Logo verkaufen wie Fruchtsäfte, Wein, Blumen, Schokolade und Textilien. Darüber hinaus wird in den Sitzungen von Politik und Verwaltung fairer Kaffee und Tee ausgeschenkt, ebenso wie in zahlreichen Kreiseinrichtungen von Schulen über Krankenhäuser und Seniorenhäuser bis hin zu Museen.

Informationen rund um den Fairen Handel im Rhein-Kreis Neuss gibt es bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises unter Telefon 02131 928-1301. Dort erhalten Interessierte auch Informationsbroschüren und Postkarten zu dem Thema.

Die Gesamtschule Jüchen ist die 9. Fairtrade School im Kreis. (c) A. Baum / Rhein-Kreis Neuss

Gesamtschule Jüchen engagiert sich als Fairtrade School

Die Gesamtschule Jüchen engagiert sich als Fairtrade Schule. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens zeichneten jetzt das Fairtrade-Schülerteam der Gesamtschule  mit Lehrer Henning Blenkle und Schulleiterin Susanne Schumacher für ihren Einsatz als 9. Fairtrade-School im Rhein-Kreis Neuss aus. Gleichzeitig überreichte Landrat Petrauschke einen finanziellen Zuschuss und Fairtrade-Fußbälle.

Der Rhein-Kreis Neuss unterstützt als bundesweit erster Fairtrade-Kreis die Fairtrade-Schulen im Kreis finanziell und in der Öffentlichkeitsarbeit. So erhalten alle ausgezeichneten Schulen im Kreis ein Roll-Up, Flyer und 200 Euro. „Wir sind stolz auf die vielen engagierten Schulen im Rhein-Kreis Neuss. Die Idee des Fairen Handels findet gerade in Schulen mit ihren Lehrern, Schülern und Eltern viele Multiplikatoren“, sagte Petrauschke.

Die Gesamtschule ist nach dem Gymnasium bereits die zweite Schule in Jüchen, die mit dem fairen Siegel ausgezeichnet wurde. „Unsere Schülerinnen und Schüler sind mit überdurchschnittlichem Engagement bei der Sache“, freut sich Henning Blenkle, der als Lehrer die Fairtrade-Gruppe betreut. „Die Kriterien der Fairtrade-School-Kampagne zeigen: Was in kleinen Projekten beginnt, kann zur integrierten Struktur der ganzen Schule werden“, so Blenkle weiter.

Sowohl die Gesamtschule als auch das Gymnasium Jüchen kooperieren bereits eng mit dem Eine-Welt-Forum im Haus Katz. In Zukunft sind auch gemeinsame Aktionen geplant. Auch die Gemeinde Jüchen ist auf dem Weg zur Fairtrade Town.

Schulen, die sich für die Fairtrade-School-Kampagne interessieren, können sich bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Rhein-Kreises Neuss unter Telefon 02131 928-1301 oder per Mail an presse@rhein-kreis-neuss.de melden. Die Fairtrade-School-Kampagne wird von Trainsfair e.V. getragen. Weitere Infos zu der Kampagne gibt es unter www.fairtrade-schools.de.

Erster Platz für die Fairtrade-Company des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden. Richard Schnegelsberg (Stufe 10), Anne Gerl (Stufe 11) und Betreuungslehrer Jochen Siller waren bei der Preisverleihung dabei. - (c) Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Erster Preis für Schülerfirma des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden

Die Fairtrade-Company – die Schülerfirma des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden (NGK) – hat jetzt einen ersten Preis im Rahmen einer bundesweiten Fachtagung erhalten. Projektkoordinator Jochen Siller, Richard Schnegelsberg und Anne Gerl nahmen den Preis in Osnabrück die Auszeichnung entgegen.

Nachdem sie bereits in der Vergangenheit erfolgreich waren, kamen die Schüler aus Knechtsteden jetzt erstmals bei einem überregionalen Wettbewerb  an die Spitze. Schon 2015 hatte die NGK-Schülerfirma den ersten Preis beim Umweltschutzwettbewerb der Stadt Dormagen errungen. Im vergangenen Jahr erhielt sie eine Best-practice-Auszeichnung von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann.

An der Bildungsinitiative „Schülerfirmen als Fair Trade Botschafter“ hatten insgesamt 30 Schülerfirmen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Die besten wurden nun für ihr Engagement ausgezeichnet. In der Kategorie Sekundarstufe I/II errangen die NGK-Schüler den ersten Platz und erhielten 500 Euro. Sie hatten die Jury mit der Entwicklung ihres eigenen fair gehandelten Kaffees überzeugt. Nicht nur sie selbst verkaufen den so genannten „Knechtsteden Café“ im Rahmen der Rheinischen Affäre; auch Gastronomen und Läden in Dormagen bieten diesen Fairtrade-Kaffee an.

Im Rahmen der Bildungsinitiative „Schülerfirmen als Fair Trade Botschafter“ waren Kinder und Jugendliche aus 30 Schülerfirmen zwei Schuljahre lang in ihren Schulen zu Botschaftern des Fairen Handels ausgebildet worden. Ziel war es, Fairen Handel als Geschäfts- und Lernfeld in Schulen zu etablieren und Lernkonzepte zum Globalen Lernen zu entwickeln. Die Initiative ist ein gemeinsames Förderprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und wird vom Lüneburger Umweltbildungszentrum SCHUBZ sowie dem Förderverein Nachhaltige Schülerfirmen e.V. getragen.

Die Schüler, die sich zu Fair Trade Botschaftern ausbilden ließen, richteten ihren Blick auf fairen Konsum in den Schulen und starteten eigene Aktionen. Dabei ging es darum, das eigene Konsumverhalten kritisch zu beleuchten, Alternativen für eine gerechtere Welt zu entwickeln und konkret mit der eigenen Firma umzusetzen. So entstanden unter anderem faire Rezeptbücher, eigene Songs und Theaterstücke und Tauschaktionen.

In die Bildungsinitiative eingebunden waren als Koordinatoren für Nordrhein-Westfalen das Eine Welt Netz NRW. Als Bildungspartner der Initiative unterstützten der Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB), der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN), die Regionale Bildungsstelle Nord (Bildung trifft Entwicklung) und Peer Leader International. Zusätzlich waren weitere Umweltbildungszentren und die Regionalkoordinatoren für nachhaltige Schülerfirmen in Niedersachsen sowie die NaSch-Community (Internetplattform der Freien Universität Berlin) integriert. Die beiden in Deutschland größten Fair Trade Handelspartner GEPA und El Puente sowie die Memo AG und Mela Wear unterstützen die Initiative als Wirtschaftspartner. Weitere Infos zu dem Projekt gibt es im Internet unter www.schubz.org.

Osterhasenpaar aus Schokolade - eine faire Geschenkidee fürs Osternest - (c) GEPA

Zu Ostern faire Schokohasen verschenken

Wer noch auf der Suche nach fairen Geschenken für das Osternest ist, findet ein breites Angebot in den Eine-Welt-Läden im Rhein-Kreis Neuss. Hier werden farbenfrohe Osterdekorationen ebenso angeboten wie Schokolade, Wein und Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel. Auch zahlreiche Supermärkte verkaufen in diesen Wochen fair gehandelte Ostersüßigkeiten wie Schokoladen-Eier, Schokohäschen und Marzipaneier.

Wer Produkte aus Fairem Handel verschenkt, schenkt gleich doppelt Freude: Über fair gehandelte Geschenke freuen sich nicht nur die Beschenkten, sondern auch Kleinbauern und ihre Familien in Afrika, Asien oder Lateinamerika profitieren davon. Denn sie erhalten eine angemessene Bezahlung für ihre Arbeit und ihre Produkte.

Auch wer zu Ostern ausgiebig mit der Familie frühstücken will, kann mit dem Kauf von fair gehandelten Lebensmitteln für eine gerechtere Welt engagieren. Neben Honig, Marmelade und Nuss-Nougat-Creme gehören auch Kaffee, Tee und Bananen zu einem fairen Osterfrühstück. Rezepte unter anderem für abwechslungsreiche Brotaufstriche, aber auch zum Beispiel für Bananen-Pfannkuchen und Quinoa-Brot finden sich auf der Internetseite www.fairtrade-deutschland.de.

Fairer Online-Einkaufsführer
Wo gibt es fair gehandelte Produkte? Informationen rund um örtliche Eine-Welt-Läden und Händler, aber auch Gastronomiebetriebe mit Fairtrade-Sortiment bietet der Einkaufsführer des Rhein-Kreises Neuss. Als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands setzt der Rhein-Kreis Neuss sich für den Fairen Handel ein. „Wir wollen mit unserer Kampagne mit dazu beitragen, dass ärmere Menschen in der Welt bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen bekommen“, betont Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. „Dazu tragen auch sehr viele engagierte Menschen im Kreis mit bei.“

Bürger und auch Vereine, die weitere Informationen zum Fairen Handel benötigen, erhalten kostenlose Postkarten sowie Broschüren zu dem Thema beim Rhein-Kreis Neuss. Ansprechpartnerin ist Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unter Telefon 02131 928-13 03 sowie per E-Mail unter renate.kuglin@rhein-kreis-neuss.de.

(c) Stadt Dormagen

Dormagen könnte bald schon Fairtrade-Town werden

Auf dem Weg zur „Fairtrade-Town“ ist Dormagen einen weiteren großen Schritt vorangekommen: Mit dem „Klosterhof“ hat sich jetzt einer der publikumsstärksten Gastronomiebetriebe im Stadtgebiet entschlossen, seinen Kaffeeausschank komplett auf fair gehandelte Produkte umzustellen. Ab sofort wird dort die „Rheinische Affäre“ serviert. Das ist die neue Kaffeemarke, die von der Fairtrade-Company des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden (NGK) vertrieben wird. Aus Überzeugung für soziale Gerechtigkeit und umweltfreundliche Anbaumethoden haben Schüler hier eine eigene Firma gegründet.

„Für mich war das keine Frage, bei dieser Initiative mitzumachen“, sagt Klosterhof-Geschäftsführer Archie Deneke, der selbst sein Abitur vor 33 Jahren am NGK machte. Er will durch den veränderten Ausschank zu einem verantwortlichen Lebensmittelkonsum beitragen und zugleich das Engagement der Schüler unterstützen. Auch beim Zucker ist der Klosterhof inzwischen auf fair gehandelte Produkte umgestiegen.

„Mit dieser erfreulichen Entscheidung ist die Stadt Dormagen dem Ziel, künftig als Fairtrade-Town anerkannt zu werden, wieder ein gutes Stück näher gerückt“, sagt Anke Tobies-Gerstenberg vom städtischen Umweltteam. Für die angestrebte Auszeichnung durch den gemeinnützigen Verein TransFair müssen fünf Kriterien erfüllt werden. Den erforderlichen Ratsbeschluss und auch die nötige Unterstützung durch Schulen, Kirchen und Vereine kann Dormagen mittlerweile vorweisen. „Wir haben auch 13 Einzelhändler, die bereits mitmachen. Eine Steuerungsgruppe, die alle örtlichen Fairtrade-Initiativen koordiniert, wollen wir ebenfalls in Kürze ins Leben rufen“, so Tobies-Gerstenberg.

Jetzt fehlen nur noch zwei weitere Gastronomiebetriebe, die sich zur Umstellung auf fair gehandelte Produkte entschließen. Sieben müssen es nach den Vorgaben insgesamt sein, fünf konnte das Umweltteam bisher einschließlich des Klosterhofs gewinnen. Mit dabei sind unter anderem mehrere sozialen Einrichtungen und die Bäckerei Kraus. „Neben dem Einzelhandel ist auch Gastronomie mit einem Anteil von 35 Prozent am Gesamtabsatz heute ein starker Wachstumsmotor für fair gehandelte Produkte“, erläutert Tobies-Gerstenberg die Gründe für dieses Anerkennungskriterium. Interessierte Unternehmen können sich telefonisch unter 02133/257-270 an das Umweltteam wenden.

Gaben den Startschuss für die Fairtrade-School-Kampagne in Grundschulen: (v.l.n.r.) Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Stephan Meiser und Harald Vieten - (c) L. Berns/Rhein-Kreis Neuss

Fairtrade-Fußbälle für Grundschulen

Der Faire Handel soll im Rhein-Kreis Neuss weiter Schule machen. Deshalb startet der Rhein-Kreis Neuss eine breite Informationsoffensive in allen Grundschulen zu der von TransFair e.V. getragenen Fairtrade-School-Kampagne. Die Grundschulen können ein Informationspaket zum Fairen Handel und zwei Fairtrade-Fußbälle bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises abrufen. Die Anschaffung der der Fußbälle wurde mit einem finanziellen Zuschuss der Sparkasse Neuss möglich.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Sparkassen-Kommunikationsdirektor Stephan Meiser und Kreispressesprecher Harald Vieten, der auch die Fairtrade-Kampagne beim Kreis leitet, gaben jetzt im Kreishaus Neuss den Startschuss für das Projekt. In den nächsten Tagen erhalten alle Grundschulen ein Informationsschreiben zur Kampagne.

„Die Idee des Fairen Handelns findet besonders in Schulen mit ihren Pädagogen, den Eltern und Schülern viele Multiplikatoren“, sagt Landrat Petrauschke und fügt hinzu: „Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Aktion besteht auch darin, dass die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler durch Sport und Bewegung gefördert wird.“

Stephan Meiser erläutert die Motive für das Engagement der Sparkasse Neuss: „Eine sportliche Aktion, die nur Gewinner kennt: die Förderung Fairen Handels, mehr Spaß und Bewegung für Kinder und die Unterstützung der Grundschulen vor Ort. Das passt genau zu der besonderen Motivation, mit der wir in der Sparkasse arbeiten – nämlich zum Ziel, Menschen erfolgreich machen zu wollen.“

Der Rhein-Kreis Neuss wurde im September 2010 von TransFair e.V. als Deutschlands erster „Fairtrade-Kreis“ ausgezeichnet. Seitdem engagiert er sich immer wieder mit Aktionen und Veranstaltungen für den Fairen Handel. Besonders auch in Schulen, die er u.a. mit einem finanziellen Startzuschuss für das Schulteam auf den Weg zur Fairtrade-School-Auszeichnung fördert. Die Fairtrade-Schools-Kampagne von TransFair bietet Schulen die Möglichkeit, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Die Kampagne wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW sowie von Engagement Global gefördert.

Bereits neun Schulen haben diese Auszeichnung im Rhein-Kreis Neuss erhalten, bundesweit sind es rund 320 Schulen. Mit der St. Martin-Grundschule in Grevenbroich gibt es seit einigen Monaten auch die erste Fairtrade-Grundschule im Kreisgebiet, die von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises aktiv unterstützt wurde. Und davon sollen es nach Amtsleiter Harald Vieten bald noch mehr geben: „Schulen mit diesem Titel wagen den Blick über den Pausenhof hinaus in die Welt. Und von dem Einsatz für den Fairen Handel profitieren alle: einerseits die Schulgemeinschaft durch gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen und andererseits Kleinbauernfamilien in den Entwicklungsländern durch verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen.“

Menschengruppe mit fairen Produkten

Medienzentrum will’s FAIR!

Rund 120 Veranstaltungen mit 1 200 Teilnehmern kann das Medienzentrum des Rhein-Kreises Neuss in Holzheim jedes Jahr verzeichnen. Vor allem Schulen nutzen Tonstudio und Seminarräume im ehemaligen Holzheimer Rathaus. Ab sofort heißt es dort: „Ich will’s FAIR!“. Kaffee, Tee und Zuckersticks für die Seminarteilnehmer gibt es jetzt im Medienzentrum nur noch aus Fairem Handel. Und statt Plastiktüte erhalten die Seminarteilnehmer für ihre Unterlagen eine Fairtrade-Baumwolltasche des Medienzentrums, die auch Infobroschüren zum Fairen Handel beinhaltet. Die Idee hatten der Leiter des Medienzentrums, Manfred Heling, und Kreis-Presseamtsleiter Harald Vieten, der auch die Fairtrade-Kampagne des Kreises leitet. „Nachhaltiges Handeln ist für uns als Medienzentrum, das mit besonders vielen Schulen und Lehrkräften zusammenarbeitet, ein wichtiges Thema“, betont Heling und fügt hinzu: „Mit unserem Beitrag wollen wir ein Zeichen setzen.“

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sieht die Fairtrade-Kampagne im Rhein-Kreis Neuss insgesamt auf einem guten Weg: „Immer mehr Kommunen, Schulen, Vereine und Unternehmen im Kreis setzen ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit im Welthandel, für faire Arbeitslöhne und bessere Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Lohnarbeitern im globalen Süden der Welt. Aber es gibt es noch viel zu tun.“

Der Rhein-Kreis Neuss engagiert sich nach einem einstimmigen Votum des Kreistages seit 2010 für den Fairen Handel. Als erster Kreis in Deutschland erhielt er von TransFair e.V. für sein Engagement das internationale Siegel „Fairtrade-Kreis“ verliehen. Seitdem gibt es zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen rund um das Thema Fairtrade, wird beispielsweise im Büro des Landrates, in den Sitzungen des Kreistages und seiner Ausschüsse nur noch fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt. Ein „fairer“ Online-Einkaufs- und Gastronomieführer wurde für alle Städte und Gemeinden im Kreis erstellt. Der Internet- und Facebook-Auftritt zeigt, wo es Händler und Gastronomiebetriebe im Kreisgebiet gibt, die ihren Kunden bereits fair gehandelte Produkte anbieten. Interessierte Unternehmen, gastronomische Betriebe und Einrichtungen, die Fairtrade-Produkte anbieten möchten, können sich an Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises unter der Rufnummer 02131/928-1303 wenden.

Fairtrade-Rosen

Fair gehandelte Rosen zum Internationalen Frauentag

Über eine Milliarde Rosen werden pro Jahr in Deutschland verkauft. Verschenkt werden sie auch zum Internationalen Frauentag am 8. März. Seitdem Fairtrade-Rosen vor mehr als zehn Jahren eingeführt wurden, hat sich Deutschland zum Fairtrade-Rosenland Nr. 1 entwickelt: Mittlerweile jede dritte Rose ist nach dem Jahresbericht von Fairtrade Deutschland fair gehandelt. Wer Rosen mit diesem Siegel kauft, verschenkt doppelt Freude. Denn darüber freuen sich nicht nur die Beschenkten, sondern auch die Produzenten in Afrika und Lateinamerika.

Rund 80 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittblumen werden importiert. Fairtrade-zertifizierte Rosen kommen aus Kenia, Ecuador, Zimbabwe, Äthiopien, Tansania, Uganda, Sri Lanka und El Salvador. Die Produzenten in diesen Ländern profitieren durch den Fairen Handel von verbesserten Arbeitsbedingungen. Außerdem erhalten sie so viel Geld für ihre Produkte, dass sie und ihre Familien menschenwürdig leben können.

Unter dem Motto „Flower to the People“ wirbt Fairtrade Deutschland für mehr Gerechtigkeit im Blumensektor. Nicht nur am Internationalen Frauentag am 8. März freuen sich engagierte Frauen über fair gehandelte Rosen; die Blumen können auch zum Muttertag oder bei besonderen Aktionen von Vereinen, Schulen und Kirchengemeinden verschenkt werden.

Fair gehandelte Produkte erzielten in Deutschland zuletzt einen Umsatz von mehr als 978 Millionen Euro. Zusammen mit Bananen, Kaffee und Kakao erreichten Fairtrade-Blumen zuletzt 92 Prozent am Gesamtumsatz der Fairtrade-Produkte. Fair gehandelte Blumen gibt es sowohl in Supermärkten als auch in Blumenfachgeschäften.

Auch der Rhein-Kreis Neuss setzt sich als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands für den Fairen Handel ein und hat diesen Einkaufs- und Gastronomieführer ins Netz gestellt. Hier erfährt der Nutzer, wo er nicht nur Blumen mit dem Fairtrade-Siegel erhält, sondern auch Kaffee, Tee, Säfte, Honig, Schokolade und Kleidung.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es bei Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Rhein-Kreises Neuss unter Telefon 02131 928-1303.

Menschengruppe mit Fairtrade-Logo

Marileen Siebert kümmert sich jetzt um Kolumbien-Partnerschaft und fairen Handel

Marileen Siebert ist jetzt neue Koordinatorin für kommunale Entwicklungszusammenarbeit beim Rhein-Kreis Neuss. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Weiterentwicklung der Klimapartnerschaft mit der kolumbianischen Gemeinde Solano und die Fairtrade-Kampagne des Kreises. Ihr Arbeitsplatz wird für die Dauer von zwei Jahren gefördert über die Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Beim Solano-Projekt wird sich Marileen Siebert um die Entwicklung weiterer Schwerpunkte in der Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Partnergemeinde, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Akquise von Fördermitteln kümmern. Darüber hinaus soll mit der Stelle das entwicklungspolitische Engagement in den Bereichen des fairen Handels und der fairen Beschaffung weiter ausgebaut werden. Die Vorbereitung eines kolumbianischen Delegationsbesuchs im Mai steht ebenso auf dem Aufgabenzettel wie die Organisation einer Reise nach Solano Ende dieses Jahres.

Marileen Siebert wurde 1989 in Ostercappeln im niedersächsischen Landkreis Osnabrück geboren und absolvierte ein Bachelor-Studium der Internationalen Beziehungen und ein Master-Studium der Entwicklungspolitik an der London School of Economics and Political Science. Praktika bei Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International in Santiago de Chile sowie Tätigkeiten bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und bei der deutschen Botschaft in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá schlossen sich an. In ihrer Freizeit begeistert sich Marileen Siebert für Yoga sowie das Wandern, Reisen und Tanzen.