Fairtrade-Blumenaktion in der Neusser City mit (v.l.) Hermann Gröhe, Gisela Welbers, Andrea Reuß und Christel Thissen
(c) S. Büntig / Rhein-Kreis Neuss

Zum Internationalen Frauentag: NEWI verschenkte Fairtrade-Blumen in der Neusser City

Über fair gehandelte Rosen freuten sich jetzt Passanten in der Neusser Innenstadt. Am Internationalen Frauentag am 8. März verschenkten Gisela Welbers, Ingrid Dreyer und Margret Otte-Deiringer von der Neusser-Eine-Welt-Initiative (NEWI) rund 300 Blumen, um auf die Situation von Frauen weltweit hinzuweisen. Gemeinsam mit Diana Schlegel von TransFair informierten sie mit Flyern und Postkarten über den Fairen Handel. Einen bunten Strauß fair gehandelter Rosen gab es für Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, das Neusser Schützenkönigspaar Andrea und Rainer Reuß und die Neusser Gleichstellungsbeauftragte Christel Thissen.

Gisela Welbers, Regionalkoordinatorin der NEWI, weist darauf hin, dass sich jeder für den Fairen Handel engagieren kann: einfach beim nächsten Einkauf auf das Fairtrade-Siegel achten oder im Blumenladen nach fair gehandelten Blumen fragen. „Rosen mit dem Fairtrade-Siegel werden unter fairen Bedingungen angebaut, nicht nur mit Blick auf die soziale Gerechtigkeit, sondern auch umweltschonend ohne Pestizide“, sagt sie, „dies ist wichtig nicht nur für die Blumenpflückerinnen, sondern auch für die Händlerinnen und für die Beschenkten.“

Unter dem Motto „Doppelt Freude schenken“ hatte der gemeinnützige Verein Fairtrade bundesweit dazu aufgerufen, fair gehandelte Rosen am Internationalen Frauentag zu verschenken. Über diese freuten sich nicht nur die Beschenkten, sondern auch die Blumenpflückerinnen in den Anbauländern.

Logo: Fairtrade Cocoa Program

Neues Fairtrade Siegel für Kakao

Bislang mussten in einer Tafel Schokolade mir dem Fairtrade-Siegel alle Zutaten, die als Rohstoff aus dem fairen Handel verfügbar waren, auch aus dem fairen Handel bezogen werden, so etwa Zucker, Kakao und Vanille. Jetzt darf es auch nur der Kakao sein – dafür gibt es aber nicht das bekannte Siegel, sondern den helleren „Fairtrade Cocoa Program“-Aufdruck. Durch das neue Siegel sollen die Absatzmöglichkeiten der Produzenten stark gesteigert werden. Bereits zum offiziellen Start des Programms  liegen erste Kooperationsverträge mit Handel und Industrie für Kakao-Einkäufe vor, die Prämieneinnahmen von über einer Million Euro für die Kakaobauern bedeuten und mit denen vor Ort soziale Projekte wie z. B. eine bessere Trinkwasserversorgung oder der Bau von Schulen finanziert werden können.

DURS GV 2014 f. Internet

Doppelte Freude zum Valentinstag

Viele strahlende Gesichter gab es am Valentinstag, 14.2.2014, an der Diedrich-Uhlhorn-Realschule in Grevenbroich. Denn auch in diesem Jahr hatte die Schülervertretung einen Rosengeschenkdienst organisiert und verteilte Freitagvormittag an ca. 70 Schülerinnen und Schüler liebe Grüße bzw. Liebesgrüße in Form von Rosen aus dem Fairen Handel.

Es ist klar, dass Geschenke zum Valentinstag nicht nur die Beschenkten erfreuen, sondern vor allem den Handel. In diesem Falle wurde jedoch die Freude mit den Produzenten geteilt, die sonst schon mal den geringsten Gewinn haben, denn die Schülervertretung hatte die Anregung des Fairhandel-Schulteams aufgenommen und fair gehandelte Rosen verteilt. Der Fairtrade-Code auf der Verpackung gab die Information: Die Fairtrade-Rosen stammen von der Blumenfarm Sian Roses in Kenia. Dort werden die Blumen nach den Fairtrade-Standards angepflanzt und produziert. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen werden durch den Fairen Handel spürbar verbessert.

Einige Rosen konnten noch am Fairhandel-Stand verkauft werden, sie fanden schnell Absatz bei „Fairliebten“ oder Schülern, die einfach nur –doppelte- Freude machen wollten.

Logo: FABI 2014

FABI 2014

TransFair ruft auch in diesem Jahr wieder den Nachwuchs im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel auf, sich am Wettbewerb „FABI 2014 – Deutschlands fairste Azubis gesucht“ zu beteiligen.

Das Thema Fairer Handel soll weiter im Handel verankert werden und zudem sichtbarer und erlebbar gemacht werden.

Das Konsumverhalten der Deutschen soll nachhaltiger werden und fair gehandelte Produkte sollen häufiger in den Einkaufswagen der Menschen landen! Daher sucht TransFair im Rahmen eines bundesweiten Nachwuchswettbewerbs nun zum dritten Mal Deutschlands fairste Azubis.

Die Auszubildenden werden aufgefordert Konzepte für Verkaufsorte (Point of Sale) zu entwickeln, die dann im Rahmen von Verkaufsförderungs-Aktionen auf Praxis-Tauglichkeit überprüft werden: im Frühjahr zum Fairtrade-Breakfast und im Herbst zur Fairen Woche.

Die Ergebnisse und Erfahrungen aus den letzten Wettbewerben bestätigen TransFair darin, junge Auszubildende anzusprechen und zu mobilisieren, sich für Fairtrade stark zu machen. In den vergangenen Jahren haben hochmotivierte und engagierte junge Leute ihre kreativen Konzepte erfolgreich in die Tat umgesetzt, spannende Blogbeiträge beigesteuert und aus tollen Ideen gut organisierte Verkaufsförderungs-Aktionen entwickelt: Viele gute Gründe den Wettbewerb fortzuführen.

TransFair wird auch in diesem Jahr wieder von einer Experten-Jury unterstützt die alle Bewerbungen eingehend studiert und bewertet.

Die offizielle Auszeichnung und Preisverleihung findet Anfang 2015 statt.

Ab dem 10. Februar steht das Anmeldeformular online unter www.fairtrade-deutschland.de/fabi zur Verfügung.

Bei Fragen rund um den FABI 2014 wenden Sie sich bitte an TransFair e. V., Katja Wahli, Email: k.wahli@fairtrade-deutschland.de oder Telefon: 0221 / 94 20 40 32.

Aktion: Ein Her für Bäume

„Ein Herz für Bäume“: Grundschüler pflanzen seltene Bäume in Kapellen

Mit bunten Spaten bewaffnet setzten Schüler aus der dritten Klasse der Grundschule Kapellen die letzten der 374 Bäume und Sträucher im Naturschutzgebiet „Schwarze Brücke“. Vor dem Auenwald entstand ein breiter Saum aus heimischen Sträuchern. Außerdem wurde der Wald durch seltene echte Schwarzpappeln und Elsbeeren ergänzt und eine Wiese mit Wildobstbäumen bepflanzt. Für die Schulklasse gab es dann von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke einen FairTrade-Fußball und Schokolade aus dem Klimaschutzprojekt des Rhein-Kreisese Neuss mit Solano in Kolumbien.

Die Pflanzung ist bereits die 13. Aufforstungsmaßnahme im Rahmen der Aktion „Ein Herz für Bäume“ des Rhein-Kreises Neuss, die den Kreiswald um mehr als 48.500 neue Bäume und Sträucher bereicherte.

Bereits zum siebten Mal unterstützen das Projekt „Wald in Not“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und die Fielmann AG die Kreis-Aktion und beteiligten sich mit 2.000 Euro an der Aufforstung der neuen Waldfläche.

Bürger, Vereine und Unternehmen können sich bereits mit einer Spende ab zehn Euro an Aktion „Ein Herz für Bäume“ beteiligen. Die Spenden fließen zu 100 Prozent in die Pflanzung neuer Bäume. Weitere Informationen sind im Internet unter www.rhein-kreis-neuss.de/einherzfuerbaeume abrufbar.

Marcus Temburg (r.), Leiter des Amtes für Entwicklungs- und Landschaftsplanung des Rhein-Kreises Neuss, und José Ivan Arcila, Koordinator für Landwirtschaft der Gemeinde Belén de los Andaquíes, begutachten zusammen mit den Söhnen eines kolumbianischen Kleinbauern Kakaofrüchte, in denen sich Kakaobohnen befinden

Klimapartnerschaft des Rhein-Kreises Neuss mit Kolumbien: Fairtrade-Schokolade aus Solano soll in Deutschland verkauft werden

Supermärkte und Eine-Welt-Läden im Rhein-Kreis Neuss sollen in Zukunft fair gehandelte Schokolade aus der kolumbianischen Partnergemeinde Solano verkaufen. Das ist eins der Ziele der Klimapartnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss, dem ersten Fairtrade-Kreis Deutschlands, und Solano in der Provinz Caquetá. Möglich wird das durch eine künftige Vermarktung von Kakao aus dem Amazonasgebiet über das Fairtrade-Netzwerk im Kreisgebiet.

Zum Auftakt der Partnerschaft haben Gäste aus Solano 2013 den Rhein-Kreis Neuss besucht; darüber hinaus waren Vertreter aus dem Kreisgebiet zu Gast im Amazonasgebiet. Bei ihrem Besuch informierte sich die Delegation um Jürgen Steinmetz, den Allgemeinen Vertreter des Landrats, auch über Möglichkeiten, biologisch und fair angebauten Kakao aus dem Amazonasgebiet in Deutschland und insbesondere im Rhein-Kreis Neuss als Fairtrade-Schokolade anzubieten.

„Der Rhein-Kreis Neuss ist sich seiner Verantwortung für den Klimaschutz bewusst“, betont Marcus Temburg, Leiter des Amtes für Entwicklungs- und Landschaftsplanung des Rhein-Kreises Neuss, und ergänzt: „Als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands haben wir natürlich auch ein besonderes Interesse am nachhaltigen Anbau und an der fairen Vermarktung von Kakao aus unserer kolumbianischen Partnergemeinde.“

So stehen Klimaschutz und biologische Vielfalt im Mittelpunkt, wenn in Kolumbien nachhaltige landwirtschaftliche Forstsysteme aufgebaut werden. Kleinbauern und Ureinwohnern wollen Kakaosorten, die ausschließlich im Amazonasgebiet wachsen, in Solano und in der Nachbargemeinde Belén de los Andaquíes anbauen. Mit im Boot sind bei diesem Projekt nicht nur die Landwirte vor Ort, sondern auch die Kommunen des „Klimabündnisses der Europäischen Städte mit den indigenen Völkern der Regenwälder e.V.„, wie zum Beispiel die Stadt Hannover, und eine Schokoladenmanufaktur im Odenwald.

Bevor die fair gehandelte Schokolade in Deutschland in die Regale kommt, ist eine aufwändige Bio- und Fairtrade-Zertifizierung erforderlich. „Zurzeit wählen wir ein geeignetes Zertifizierungsunternehmen aus“, berichtet Marcus Temburg vom Kreisamt für Entwicklungs- und Landschaftsplanung, der das Partnerschaftsprojekt mit betreut. „Wenn alle Fragen vom Anbau über Zertifizierung und die Verarbeitung bis hin zur Transport- und Exportlogistik geklärt sind, soll Fairtrade-Schokolade aus Solano auch bei uns im Rhein-Kreis Neuss verkauft werden.“

Die Klimapartnerschaft ist im Rahmen des Programms „50 Klimapartnerschaften bis 2015“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ entstanden. Bei der Zusammenarbeit zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und Solano geht es nicht nur um neue genossenschaftlicher Strukturen für den fairen Anbau von Kakao, sondern auch um Wissenstransfer in den Bereichen Stromversorgung, Renaturierung und Wiederaufforstung sowie Abfallwirtschaft.

In der Gemeinde Solano leben 12.000 Menschen auf einer Fläche von der Größe Dänemarks. Der Rhein-Kreis Neuss will, unterstützt durch die Fördermittel des Bundes, die Lage der kleinbäuerlichen Gemeinschaften durch die Installation von Photovoltaik-Anlagen verbessern. Im Hauptort der Gemeinde Solano ist Strom, der durch ein Dieselaggregat erzeugt wird, täglich nur zwischen 18 und 22 Uhr verfügbar. Bereits seit 1994 gibt es vielfältige Kooperationsprojekte des Rhein-Kreises Neuss mit Kolumbien.

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Diedrich-Uhlhorn-Realschule ist erste „Fairtrade-School“ im Rhein-Kreis Neuss

Über eine besondere Auszeichnung freute sich jetzt die Grevenbroicher Diedrich-Uhlhorn-Realschule (DURS): Sie trägt als erste Schule im Rhein-Kreis Neuss den Titel „Fairtrade-School“, weil sie sich vorbildlich für den Fairen Handel engagiert. Die Kampagne „Fairtrade-School“ von TransFair e.V. steht unter der Schirmherrschaft von Sylvia Löhrmann, der Ministerin für Schulen und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Seit sieben Jahren verkaufen DURS-Schüler regelmäßig fair gehandelte Lebensmittel an ihrer Schule. Unterstützt werden sie dabei von ihrer Lehrerin Annemarie Schmitz. Was zunächst als freiwillige Arbeitsgemeinschaft angefangen hat, ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung geworden. Das Schulteam „Faire DURS“ hat zum Beispiel vor kurzem beim Weihnachts-Schulbasar an einem Verkaufsstand fair gehandelte Getränke, Chips und Süßigkeiten angeboten. Darüber hinaus machen die Kinder und Jugendlichen bei Aktionstagen zum Fairen Handel mit.

Bei der Auszeichnungsfeier waren Landrat Hans-Jürgen Petrauschke jetzt ebenso wie Maike Schliebs von TransFair und Bertram Graf von Nesselrode, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Grevenbroich, in der Grevenbroicher Schule zu Gast. Schulleiterin Gertrud Peltzer und Lehrerin Annemarie Schmitz freuten sich ebenso wie die Schüler, das Lehrerkollegium und Elternvertreter über die Auszeichnung. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke brachte einen Korb mit fairen Produkten mit und übergab dem Fairtrade-Schulteam als Starthilfe für zukünftige Aktionen eine Geldspende in Höhe von 200 Euro.

„Der Rhein-Kreis Neuss freut sich als 1. Fairtrade-Kreis Deutschlands besonders über das tolle Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte an der Diedrich-Uhlhorn-Realschule für den Fairen Handel“, sagte der Landrat. Er betonte, dass „als Konsument jeder Einzelne die Möglichkeit habe, durch den Kauf von fair gehandelten Produkte unsere Welt ein klein wenig gerechter und fairer zu machen“.

Bereits seit September 2010 trägt der Rhein-Kreis-Neuss den internationalen Titel „Fairtrade-Kreis“ – eine Auszeichnung, die im Jahr 2012 erneuert wurde. Seitdem wird in allen Sitzungen des Kreistags und im Büro des Landrates nur noch fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt – ebenso wie in zahlreichen Kreiseinrichtungen von Förderschulen über Museumscafés bis hin zu den Rhein Kreis-Kliniken und Seniorenhäusern.

Darüber hinaus informiert die Öffentlichkeitsarbeit des Rhein-Kreises Neuss auf der Plattform www.fair-im-rhein-kreis-neuss.de über den Fairen Handel und die lokalen Partner, Eine-Welt-Initiativen usw. Hier finden Internetnutzer sowohl einen praktischen, „fairen“ Einkaufs- und Gastronomieführer für jede Stadt und Gemeinde im Rhein-Kreis als auch aktuelle lokale Termine und Veranstaltungen zum Thema Fairtrade.

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Fairtrade-Kaffee-Tag: Mit fairen Getränken auf 50 Jahre deutsch-französische Freundschaft angestoßen

„Fairtrade-Kaffee trinken und dabei die Welt verändern“ – unter diesem Motto stand eine bundesweite Aktion von Fairtrade am 27. September. Zum Abschluss der fairen Wochen machten gemeinsam mit über 150.000 Bundesbürgern auch 200 Menschen im Rhein-Kreis Neuss bei dem Fairtrade-Kaffee-Tag mit.

Bei einem Empfang mit fairen Getränken auf Schloss Dyck in Jüchen feierten der Rhein-Kreis Neuss und seine acht Städte und Gemeinden zusammen mit den acht französischen Partnerstädten und dem französischen Generalkonsulat das 50-jährige Jubiläum der Vertragsunterzeichnung des Élysée-Vertrages. Fairer Kaffee, Tee und Saft wurden eingeschenkt bei der Feier mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, seinem Stellvertreter Jürgen Steinmetz, dem französischen Generalkonsul Michel Giacobbi, Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens, Jens Spanjer vom Vorstand der Stiftung Schloss Dyck, Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises und zahlreichen Gästen.

Der Rhein-Kreis Neuss setzt sich mit seiner Fairtrade-Kampagne für den Fairen Handel ein und erfüllte als erster Kreis in Deutschland im September 2010 alle internationalen Kriterien, um dieses Siegel zu erhalten. Damit ist er einer von weltweit über 1.200 Fairtrade-Kreisen und -Städten in weltweit 24 Ländern.

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Erster Fairtrade-Kreis Deutschlands hilft bei Klimaschutz-Projekt in Kolumbien

Die Klimaschutz-Partnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und der kolumbianischen Gemeinde Solano ist gut gestartet. Landratsvertreter Jürgen Steinmetz und Projektkoordinator Marcus Temburg wurden in dem Amazonas-Gebiet überschwänglich empfangen. Vor mehreren hundert Menschen unterzeichneten Steinmetz und Bürgermeister Eliseo Murillo Criollo die offizielle Vereinbarung zur Zusammenarbeit des Rhein-Kreises Neuss mit Solano im Rahmen eines von der Bundesregierung geförderten Entwicklungsprojekts. Steinmetz bedankte sich für die herzliche Aufnahme und die Gastfreundschaft und unterstrich die Bedeutung der Kooperation für beide Seiten.

Er und Temburg bildeten die erste ausländische Delegation, die Solano im Departement Caquetábisher besucht hat. Beide informierten sich ausführlich über die Rahmenbedingungen für die Energieversorgung, die Abfallentsorgung und den biologisch hochwertigen Anbau von Kakao zur Herstellung und Vermarktung fair gehandelter Schokolade in Deutschland. „Der Rhein-Kreis Neuss“, so Steinmetz, „ist sich als Energiekreis und leistungsfähiger Wirtschaftsstandort seiner besonderen Verantwortung für den Klimaschutz bewusst. Als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands haben wir aber natürlich auch ein besonderes Interesse am nachhaltigen Anbau und an der fairen Vermarktung von Kakao aus unserer kolumbianischen Partnergemeinde.“

Die Deutschen führten zahlreiche Gespräche mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, des Gemeinderats, der indigenen Gemeinschaft um Häuptling Timoleon Valencia Bautistasowie der Kleinbauern. Erste Kontakte geknüpft wurden außerdem zum Umweltminister und zur nationalen Planungsbehörde für Energiefragen.

Der Alltag der 20 000 Menschen in Solano, das so groß wie Dänemark ist, gestaltet sich mühsam. Bewaffnete Guerillagruppen hatten verhindert, dass die Gemeinde ans Stromnetz angeschlossen wurde. Sie befürchteten, dass auch eine benachbarte Luftwaffenbasis davon profitieren könnte. Leidtragende sind die Menschen vor Ort. Genau dort setzt die erste deutsch-kolumbianische Klimaschutz-Partnerschaft an.  Steinmetz übergab eine zwei Meter hohe, aus Solarenergie gespeiste „Energiebox“ an die Verwaltung der Gemeinde. „Wir haben die Box gemeinsam mit den Kolumbianern aufgebaut. Die Menschen hier haben auf diese Weise die Technik bereits kennengelernt. Zum Konzept gehört schließlich auch ein Technologietransfer, denn es ist nicht damit getan, die Box nur aufzustellen. Die Menschen müssen sie auch warten und reparieren können“, so der Landratsvertreter. Der Erfolg war gleich zu Beginn sichtbar: Die „Energiebox“ lieferte Licht und Strom für die große Eröffnungsfeier.

„Wir möchten Solano dabei unterstützen, seinen Weg Stück für Stück weiter zu gehen“, sagte Steinmetz. Man könne in Deutschland viel für den Klimaschutz tun, „wir müssen aber auch international dafür Sorge tragen, dass sich die Situation in anderen Ländern verbessert, sonst können unsere eigenen Anstrengungen nicht die volle Wirkung entfalten.“ Rund 500 000 Euro investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in das Klimaschutz-Projekt.

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Kolumbianische Gäste informierten sich über Fairtrade-Kampagne

Im Rahmen der Klimapartnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und der Gemeinde Solano in Kolumbien hat jetzt eine Delegation aus dem Amazonasgebiet den Rhein-Kreis Neuss besucht. Eliseo Murillo Criollo, Bürgermeister von Solano, Aldemar Munoz Rodríguez, Experte für erneuerbare Energien, und Timoleon Valencia Bautista, Repräsentant der indigenen Gemeinschaften von Solano und Häuptling der Correguaje-Indianer, informierten sich im Rhein-Kreis Neuss unter anderem über dessen Fairtrade-Kampagne.

Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrates, betonte im Gespräch mit den Gästen: „Als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands haben wir natürlich ein besonderes Interesse am nachhaltigen Anbau und an der fairen Vermarktung von Kakao aus unserer kolumbianischen Partnergemeinde.“ Langfristiges Ziel sei es, dafür genossenschaftliche Strukturen voranzutreiben.

Im Gespräch mit Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz, Gisela Welbers, Regionalkoordinatorin der Neusser-Eine-Welt-Initiative (NEWI) und Renate Kuglin von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Rhein-Kreises Neuss erfuhr die Gruppe aus Kolumbien, dass der Rhein-Kreis Neuss seit 2010 den Titel „Fairtrade-Kreis“ trägt. Seitdem wird in Sitzungen sowie in zahlreichen Kreiseinrichtungen von Förderschulen über Krankenhäuser bis hin zu Seniorenhäusern fairer Kaffee ausgeschenkt. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gibt Postkarten und Broschüren heraus und präsentiert im Internet unter www.fair-im-rhein-kreis-neuss.de einen lokalen Einkaufs- und Gastronomieführer.

Die Klimapartnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und der Gemeinde Solano in Kolumbien ist im Zuge des Programms „50 Klimapartnerschaften bis 2015“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) entstanden. Solano liegt im kolumbianischen Amazonasgebiet und umfasst eine Fläche von rund 43.000 Quadratkilometern. Dies entspricht in etwa der Größe des Staates Dänemark. In der Gemeinde Solano leben etwas 12.000 Einwohner, 70 Prozent sind indigenen Ursprungs. Begleitet wurde die Delegation während ihres Besuchs von Projektberater und Dolmetscher Klaus Hecht sowie von Marcus Temburg und Lothar Menzel vom Amt für Entwicklungs- und Landschaftsplanung des Rhein-Kreises Neuss.